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Italienische Gartenkunst mit Fotopublizisten Richard Konstantin Blasy entdecken
Kreis Gießen - Gießen
Geschrieben von: Alessandra Riva Deutsch-Italienische Gesellschaft Mittelhessen e.V.
am: Sonntag, 28. Oktober 2018 um 18:33 - Gelesen: 209 mal

Auch dieses Jahr konnte ein ausgewähltes Gießener Publikum einen faszinierenden Diavortrag vom bekannten Fotopublizisten Richard Konstantin Blasy am Donnerstag, 25. Oktober 2018, dank der Zusammenarbeit von Deutsch-Italienischer Gesellschaft Mittelhessen e.V. und Volkshochschule Gießen genießen.

Die Zuhörer konnten das trübe Wetter mit einer Reise durch die „Italienischen Gärten – Bilder idealer Welten“ entfliehen. Blasy führte das Thema mit einem Exkurs über die neuplatonische Philosophie der Renaissance ein, laut der der Mensch ein kreatives Wesen ist, das die Erde nach seinen Vorstellungen gestalten kann. So konnte man die malerischen Gärten, die gezeigt wurden, besser kontextualisieren.

Der Referent zeigte seine eigenen Bilder vom Palazzo Piccolomini in Pienza (Toskana) und Bisuschio bei Varese, wo man die geometrischen Formen wie Quadrate und Kreise der „boschetti“ sowie die Darstellung eines Mikrokosmos mit vom Menschen regiertem mineralischem – in den Wegen -, pflanzlichem – in den Pflanzen – und tierischem Bereich – in den Fischteichen – beobachten konnte.

Die meisten bedeutenden Beispiele der Gartenkunst befinden sich in Mittelitalien, in der Region Latium, wie die Terrassengärten im Cortile del Belvedere in Rom, der manieristische Garten der Villa d’Este in Tivoli mit zahlreichen Fontänen mit dem Wasser des Anieneflusses oder Villa Lante in Bagnaia (Viterbo) ebenfalls mit Brunnen und einer kunstvollen Abfolge von fünf Terrassen mit einer „catena“ (Kette) aus Tierformen zwischen der fünften und der vierten Terrasse. Bewundernswert ist insbesondere der „Parco dei Mostri“ von Bomarzo (Viterbo), wo Skulpturen in der Kunst des Manierismus verteilt sind. Dort kann man zum Beispiel die Gigantenskulptur, Echidna, „das schiefe Haus“, den Kampfelefanten und zuletzt den „Rachen der Hölle“ entdecken, in dessen Hinterraum Feste im Zeichen der sinnlichen Lust gefeiert wurden.

Blasy führte sein Publikum noch durch weitere Villas mit unterschiedlichen Gärten wie Villa Garzoni in Collodi (Lucca), Villa Buonacolsi bei Macerata oder Villa Doria-Pamphil in Rom sowie zur Isolabella am Lago Maggiore. Zum Schluss wurde den drei Kilometer langen Park der berühmten Reggia di Caserta bei Neapel, nach Projekt von Luigi Vanvitelli, präsentiert: Seine Fontänen mit den vielen Skulpturen und Kaskaden, zu denen Kanäle Wasser zuführen, bilden tatsächlich eine wunderschöne Welt.

Der Fotopublizist eroberte sein treues Publikum wie immer mit seinen Dias, seinem Wissen und seiner besonderen Erzählkunst.