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VHC Wanderung in Lykien
Wetteraukreis - Hirzenhain
Geschrieben von: Adolf Zeisberger Vogelsberger Höhen Club e.V.Zweigverein Hirzenhain
am: Montag, 17. Juni 2013 um 14:12 - Gelesen: 7320 mal
Wanderer erleben Natur und Kultur an den Ausläufern des Taurus in Lykien

VHC Hirzenhain organisiert zwölftägige Wandertour mit verschiedenen Zweigvereinen

Die Wanderreise des VHC Hirzenhain führte dieses Mal nach Lykien, einer Region am südwestlichsten Zipfel der türkischen Ägäisküste.  Die Landschaft erstreckt sich von den Toren Antalias im Osten bis zur Hafenstadt Fethiye im Westen und schließt auch das dahinterliegende Bergland mit ein.  Die lykische Küste ist geprägt durch die Ausläufer des Taurusgebirges. Eine wilde Gebirgslanschaft, die sich vom Mittelmeer hinauf bis in die Höhen von dreitausend Metern, den „Weißen Bergen“, erhebt. Unzählige Sehenswürdigkeiten und Ruinen der Antike findet man entlang der Küste.  Bemerkenswert sind auch die heute noch überall in Lykien anzutreffenden Felsengräber, Pfeilgräber und steinerne Sarkophage, Spuren des einstmals wichtigen Totenkultes bei den Lykiern.

In die wunderbare Bergwelt des Landes verirren sich bislang nur wenige Reisende und Wanderer. Das Hinterland ist einsam und verträumt.  Im Jahre 1998 wurde auf Anregung der Engländerin  Kate Clow ein Fernwanderweg „Der Lykische Wanderweg“ zwischen Fethiye und Antalia angelegt, der bereits zu den zehn schönsten Fernwanderwegen zählt.  Auf diesem Fernwanderweg wurden einige Touren unternommen.

Ausgangspunkt der neun Wanderungen, mit Wanderführerin Vera Müller, war das Hotel „Mendos“ am Strand von Calis, einem Vorort von Fethiye. Die erste Tour führte, zunächst mit einem Dolmuschboot zum Jachthafen  Fethiye.  Bei einem Stadtrundgang ging es zu einigen Steinsarkophagen im Stadtgebiet,  einer Wanderung hinauf zu den Pfeilgräbern an den Berghängen oberhalb von Fethiye.  An den Ruinen einer Kreuzritterburg vorbei, mit herrlichen Ausblicken auf die „Weißen Berg“, die Stadt mit Bucht, Jachthafen und einem römischen Amphitheater, führte die Wanderung zurück in die Stadt.

Zu der nächsten Wanderung ging es zunächst mit dem Bus, vorbei am Traubendorf  Üzümlü  und dem Feigendorf Incirköy, ins Landesinnere. Bei herrlicher Fernsicht zu den schnee-bedeckten Berggipfeln des Taurus führte die Wandertour durch lichten Kiefernwald zum Wassermühlendorf Sögütlü, wo dem Dorfschmied ein Besuch abgestattet wurde. Am nächsten Wandertag brachte der Bus die Teilnehmer, vorbei an Granatäpfel – und Olivenplantagen  zum Fuß des „Ak Dak“ (weißer Berg).  Auf Dorfwegen, vorbei an einer Dorfschule und einzelnen Gehöften, führte die Wanderung hinauf auf 900 Meter zu einem Quellgebiet mit rauschenden Bächen zu einer wohlverdienten Rast, bevor es 400 Meter abwärts zur antiken Stadt Tlos ging. Hier erhielten die Teilnehmer von Wanderführerin Vera einen Einblick in die Geschichte dieser antiken Stadt. Ein hier gefundenes Bronzebeil aus dem 2. Jt.v.Chr. stützt die Vermutung, das Tlos wohl zu den ältesten Siedlungsgebieten im Xanthos-Tal gehört. Im zweiten Jh.v.Chr. gehörte die Stadt zu den sechs wichtigsten Mitgliedern des „Lykischen Bundes“. In römischer Zeit gewann die Stadt stark an Ansehen da sie den fruchtbarsten Teil des Xanthos-Tales kontrollierte. Viele Erdbeben zerstörten immer wieder die Stadt. Erst 1970 wurde Tlos archäologisch wiederentdeckt.   

Der Ursprung des Lykischen Weges geht bis ins Altertum zurück, denn er wurde streckenweise als Handelsweg für Kamelkarawanen genutzt. Ein Teilstück dieses Wanderweges war das Wanderziel, das am nächsten Tag auf dem Programm stand. Bei herrlichstem Sonnenschein und grandiosen Ausblicken auf die Küste und die Inseln in der Ägäis, den Baba Dag mit 1969 Meter im Rücken, führte die Tour nach Faralya zu einem schönen Sand/Kies Strand zum Baden und erholen nach dieser wundervollen Tour.   Nach den teils anstrengenden Touren war ein Erholungstag mit Bootsfahrt im Golf von Fethiye angesagt. Die Tagesbootsfahrt führte hinaus zu den Inseln im Golf mit herrlichem Blick zurück  zum Bergpanorama der Küste, Bademöglichkeiten, landestypischem Mittagessen mit Getränken, zubereitet und serviert  von der Crew. Ein wundervoller Tag zum erholen und regenerieren für die nächsten anstehenden  Wandertouren.  Die zweite Etappe auf dem lykischen Wanderweg führte, nach einem Aufstieg von 380 Meter, entlang der Küste mit immer wieder schönen Ausblicken auf die Ägäis, auf das Massiv des Baba Dag zu und weiter zum Dorf Kirme.  Der nächste Wandertag führte, nach einer Anfahrt mit dem Bus vorbei an den antiken Städten Xanthos und Letoon, zu einem talüberspannendem römischen Aquädukt. Hier startete die Wanderung auf dem lykischen Weg durch Feld und Wald zur antiken Stadt Patara in der der heilige Nikolaus geboren wurde.  Auf alten Maultierpfaden führte die Tour zum Dorf Arsa und weiter zur Saklikent Schlucht mit über 300 Meter aufragenden Felswänden. Hier ging es, auf gesichertem Holzsteg,  über tosendes Wasser, hinein in die Schlucht. Einige mutige Wanderer  überquerten den eiskalten Quellfluss und liefen hinein in die immer enger werdende Klamm.  Die nächste Wanderung führte durch Kiefernwald, über ausgewaschene Bachbetten und Ziegenpfaden zur antiken Stadt Pinara. Die Stadt hatte einen gewissen Wohlstand, das bezeugen die vielen lykischen Pfeilgräber am „Runden hl. Berg“ und ein großes Amphitheater. In hellenistischer Zeit hatte die Stadt ihre größte Ausdehnung mit 30 Tausend Menschen, doch im Mittelalter wurde sie nach einem verherenden Erdbeben verlassen.  Nach den geschichtlichen Erklärungen, wanderte die Gruppe durch Olivengärten abwärts ins Dorf Minare zu einer Einkehr bei einer Bauernfamilie mit landestypischem Essen. Der letzte Wandertag in Lykien führte ins Felsendorf Kaya Köyü. Das Gebiet von Kayaköyü wurde erstmals um etwa 3000 v. Chr. besiedelt. In der Antike entstand hier die Stadt Carmylessos. Im 18.Jh. entstand auf den Ruinen von Carmylessos die Stadt Levissi. Die Stadt hatte in seiner Blütezeit 20 000 Einwohner unteranderem Armenier und Aserbaidschaner. Diese Bevölkerungsgruppen wurden brutal vertrieben, weil sie mit den Alliierten gegen die Osmanen kollaborierten. Die ehemaligen griechischen Bewohner wurden in Erfüllung des Vertrages von Lausanne nach dem ersten Weltkrieg  vertrieben und flohen auf die Insel Kreta. Heute ist Kaya Köyü ein Museumsdorf und steht unter Denkmalschutz.  Nach dem Rundgang durch das Ruinendorf erfolgte ein steiler Aufstieg und ein teilweise felsiger und schotteriger Abstieg. Dafür wurden die Wanderer mit herrlichen Ausblicken über traumhafte Buchten und schließlich auf Ölüdeniz, die wohl am meisten fotografierte Lagune belohnt. Insgesamt legten die Wanderer rund 100 Kilometer zurück und überwanderten dabei im Aufstieg 1950 Meter und im Abstieg 3700 Meter. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es unvergessliche Tage in Lykien waren.

Wanderung zu einem lykischen Pfeiler-Grab 

An den Ruinen der ehem.Stadt Patara

Abstieg zur Bucht Ölüdeniz      


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