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"Zum Thema der Sterbehilfe hat die Bibel keine Antwort"
Kreis Gießen - Buseck
Geschrieben von: Anzeigerlokal
am: Montag, 03. November 2008 um 17:05 - Gelesen: 7268 mal

Für Helma Berger und ihren Mann ist es, als ob es erst gestern geschehen ist. Nach langem Krebsleiden hat ihr Schwager, der Bruder ihres Mannes, vor zwei Wochen im Alter von 76 Jahren den Kampf verloren. Friedlich schlief er in den Armen seines Bruders ein, nachdem er über die geplante Umgehungsstraße und seinen Obst- und Gartenbauverein ein letztes Mal sprach und sich dann mit den Worten "Es geht mir jetzt gut" verabschiedete. Die Eheleute Berger waren deshalb der Einladung des evangelischen Dekanats Kirchberg gefolgt, die im Rahmen der Vortragsreihe "An der Grenze" in Alten-Buseck einen zweiten Themenabend zu Leben, Tod und Trauer veranstaltete.

Unter dem Motto "Würdig sterben" gaben der Pfarrer und Privatdozent Dr. Lukas Ohly und Professor Rainer Kessler, Sozialwissenschaftler und Professor für Altes Testament an der Universität Marburg, Antworten auf dringende Fragen zur Sterbehilfe, Patientenverfügungen und ethische und christliche Gesichtspunkte. Eröffnet wurde der Abend von dem musikalischen Duo "Ins Herz gewürfelt" (Evi Lerch und Thomas Zwerina).

Die Initiatorin und Organisatorin der Reihe, Dr. Angela Stender von der Fachstelle Gesellschaftliche Verantwortung für die Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg, erklärte das Ziel der Veranstaltung: "Wir wollen gemeinsam darüber nachdenken, wie man diesen Übergang würdig überschreiten kann." Im Vordergrund sollten dabei zwei grundlegende Perspektiven stehen: der christliche Ansatz sowie die sozialethischen Aspekte von Tod und Leben. "Das Thema der Sterbehilfe ist eine moderne Fragestellung, die Bibel hat darauf keine Antwort", erklärte Kessler. Nach biblischem Verständnis sei der Mensch ein sterbliches Wesen. Allerdings gebe es auch keinerlei Hinweise in der Bibel, die eine Selbsttötung verurteilen oder gar verbieten. Tatsächlich gebe es sogar fünf bis sechs beschriebene Fälle von Selbsttötungen, bei denen sich der Betroffene in einer ausweglosen Situation befand oder seine Ehre in Gefahr war.

Der Begriff "Ehre" spielte auch im Vortrag von Ohly eine große Rolle. Ihm zufolge habe der Begriff "Würde" zwei entgegengesetzte Definitionsmöglichkeiten. So könnte Würde einerseits mit Ehre gleichgesetzt werden, zum Beispiel wenn man von einem König spricht. Andererseits gebe es die Menschenwürde, die für alle gelte. Ohly betonte, dass "auch Tote eine Menschenwürde haben". Deswegen lehne er die Diskussion um menschenwürdiges Sterben ab, weil es von der eigentlichen Problematik wegführe. Seiner Ansicht nach müsse man lernen zu akzeptieren, den sterbenden Menschen nicht festhalten zu können. Er äußerte auch seine Bedenken gegenüber dem neuen Gesetzesentwurf zu Patientenverfügungen und riet vielmehr zu einer Vorsorgevollmacht, die den Angehörigen die Entscheidungsbefugnis übergibt. Aber genau deshalb hatten sich einige Zuhörer bereits für eine Patientenverfügung entschieden: "Ich möchte meinen Verwandten die Verantwortung abnehmen, für mich über Leben und Tod zu entscheiden." Auch Helma Berger sieht die Patientenverfügungen skeptisch. Ihr Tischnachbar meinte: "Ich bin gegen aktive Sterbehilfe, aber für Hilfe beim Sterben. Wenn man nicht das Gefühl hat, allein zu sterben, fällt die Last von diesem Menschen ab und er kann ruhig einschlafen."


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