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Straßennamen in Gießen
Kreis Gießen - Gießen
Geschrieben von: Karin Jung
am: Montag, 11. Februar 2013 um 18:53 - Gelesen: 6555 mal

Vom Alten Steinbacher Weg zweigt die "Adalbert Stifter-Straße" ab und mündet in die Alfred Bock-Straße.
Adalbert Stifter wurde als Albert Stifter am 23. Oktober 1805 in Oberplan an der Moldau (Böhmerwald) geboren, heute heißt der Ort Horni Plana(Tschechien). Der junge Adalbert Stifter wuchs nach dem Tod des Vaters bei seiner Mutter und beim Großvater in dessen Landwirtschaft auf. Der Großvater schickte ihn 1818 gegen seinen Willen auf die Lateinschule. Die Mutter heiratete 1820 erneut. Adalbert Stifter besuchte von 1818 bis 1826 das Benediktiner Stiftgymnasium in Kremsmünster. Nach dem sechsjährigen Bildungsweg in den "Grammatikalklassen" und den anschließenden "Humanitätsklassen" bereitete er sich in den zweijährigen "philosophischen Klassen" auf ein Universitätsstudium vor. Zurückblickend beschrieb er diese Zeit später als die schönste Zeit in seinem Leben.
1826 begann er dann ein Studium der Rechte in Wien. Er erzielte bei den ersten Prüfungen gute Ergebnisse. Da er bereits früher während seiner Schulzeit Nachhilfeunterricht gegeben hatte, konnte er durch Privatunterricht als Hauslehrer sein Studium finanzieren.Um 1827 startete er erste dichterische Versuche, und ebenfalls in dieser Zeit verliebte er sich unglücklich in Fanny Greipl. Er verfiel zunehmend in Selbstzweifel, hatte Alkoholprobleme,und die durch die unglückliche Liebesbeziehung nachlassenden Leistungen veranlaßten ihn 1830 sein Studium ohne Abschluß zu beenden.Nun bemühte ersich erfolglos um amtliche Stellen. Im Februar 1833 brach Fanny die Beziehung ab und heiratete 1836 einen Finanzbeamten. Adalbert Stifter heiratete 1837 die PutzmacherinAmalia Mohaupt, die er bereits kurz nach der Trennung von Fanny kennengelernt hatte, und die allerdingsvon seiner Umgebung als ihm intellektuell unterlegen bezeichnet wurde.Bis zum Jahr 1841 entstanden einige literarische Werke und auch erste wichtige Gemälde.Gleichzeitig arbeitete er wieder als Hauslehrer und unterrichtete u.a. Richard von Metternich, den Sohn des österreichischen Staatsanzlers. Nach einigen publizistischen Arbeiten gelang Adalbert Stifter 1842 der literarische Durchbruch mit "Abdias" und auch die weiteren Werke sicherten ihm seinen Lebensunterhalt. 1844 konnte er seine ersten beiden Sammelbände der "Studien" mit Erzählungen herausgeben, allerdings brachten ihm die nächsten beiden Bände der "Studien" auch Kritik ein, besonders der Dichter Friedrich Hebbel kritisierte die Werke des Neulings scharf.
Die Unruhen des Jahren des Revolutionsjahres 1848 veranlaßten Adalbert Stifter, Wien zu verlassen und nach Linz zu ziehen. Er war ein Anhänger der revolutionären Bewegung, galt als "fortgeschrittener Liberaler" und fungierte auch als Wahlmann für die Nationalversammlung.1850 wurde er zunächst provisorisch und dann 1853 endgültig zum Schulrat ernannt. Da die Eheder Stifters kinderlos blieb nahmen sieJuliane, eine Nichte von Amalia als Ziehtochter auf.Diese riss aber mehrmals von zu Haus aus, im Winter 1859 fand man ihre Leiche in der Donau.Ob es ein Unfall war oder sie sich selbst umgebracht hatte, blieb ungeklärt.
Adalbert Stifters Gesundheitszustand verschlechterte sich Ende der 1850er Jahre zunehmend, und er begab sich mehrmals zur Kur wegen eines "Nervenleidens". Seine schriftstellerischen Arbeiten verzögerten sich sehr, sie zogen sich zum Teil über Jahre hinweg. Sein Amt als Schulrat konnte er nicht länger ausüben, er wurde aberdurch die Intervention eines Gönners mit dem Titel eines Hofrates pensioniert. Die zunehmenden Beschwerden einer Leberzirrhose brachten Adalbert Stifter dazu, sich am 28. Januar 1868 im Krankenbett mit einem Rasiermesser die Halsschlagader zu öffnen. Er starb zwei Tage später. Dieses selbst herbeigeführte Ende seines Lebenswurde aber in der Todesurkunde diskret verschwiegen.Auf dem St. Barbara-Friedhof in Linz fand Adalbert Stifter seine letzte Ruhestätte.


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