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Soziale Spaltung schreitet weiter voran!
Kreis Gießen - Gießen
Geschrieben von: Hans-Jürgen Funk Sozialverband VdK
am: Freitag, 28. September 2012 um 22:27 - Gelesen: 5782 mal

Neuer Armuts- und Reichtumsbericht belegt:
Die Reichen in Deutschland werden immer reicher


Die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland wächst weiter. Dies geht aus dem Entwurf des vierten Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung hervor. Angesichts der zunehmenden sozialen Ungleichheit fordert VdK-Präsidentin Ulrike Mascher eine Kehrtwende in der Steuerpolitik, die eine gerechte Verteilung des in Deutschland Jahr für Jahr neu erwirtschafteten Reichtums ermöglicht.

Deutschland ist ein reiches Land. Der Reichtum ist nur sehr unterschiedlich verteilt. Dem aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht zufolge besitzen die vermögensstärksten zehn Prozent der Haushalte 53 Prozent (Stand: 2008) des gesamten Nettovermögens (1998: 45 Prozent). Zum Nettovermögen gehören zum Beispiel Geldanlagen, Immobilien und Bauland. Immer mehr Vermögen konzentriert sich also in den Händen weniger, während die untere Hälfte der Haushalte lediglich ein Prozent des Nettovermögens besitzt. Zehn Jahre zuvor waren es noch vier Prozent.

Ähnlich verhält es sich bei den Einkommen. Während die Löhne und Gehälter im oberen Bereich gestiegen sind, haben die unteren 40 Prozent der Vollzeitbeschäftigten in den Jahren 2000 bis 2010 reale Lohneinbußen hinnehmen müssen. Das wird offenbar auch vom Bundesarbeitsministerium mit Sorge betrachtet: "Eine solche Einkommensentwicklung verletzt das Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung und kann den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden", heißt es in dem Bericht.

Verharmlost wird in dem 535-Seiten-Werk jedoch die Altersarmut. Es wird darauf hingewiesen, dass nur 2,5 Prozent der über 65-Jährigen, das sind 412.081 Personen (Stand: 2010), Grundsicherung im Alter beziehen. Die Wirtschaftswissenschaftlerin Dr. Irene Becker kommt hingegen in einer Studie zu dem Ergebnis, dass die Dunkelziffer bei den armen Alten sehr hoch ist. Eine repräsentative Befragung hat ergeben, dass von rund einer Million Rentnerinnen und Rentner, die eigentlich Anspruch auf Grundsicherung im Alter hätten, nur 30 bis 40 Prozent diese Sozialleistung tatsächlich beantragen.

Aus Unkenntnis oder Scham nehmen viele bedürftige Senioren ihren Rechtsanspruch auf Grundsicherung nicht wahr. "Das bestätigen auch unsere Beraterinnen und Berater in den VdK-Geschäftsstellen", betont Ulrike Mascher. "Da verzichten die Rentnerinnen und Rentner eher auf ein warmes Essen, frisches Obst oder ein Medikament, um den Gang zum Sozialamt zu vermeiden."

Im Armuts- und Reichtumsbericht steht auch, dass das Vermögen des Staats in den letzten 20 Jahren um 800 Milliarden Euro zurückging, das Nettovermögen der privaten Haushalte sich jedoch von 4,6 auf rund 10 Billionen Euro mehr als verdoppelt hat. VdK-Präsidentin Mascher beklagt, dass viele Städte und Gemeinden nicht mehr in der Lage sind, ihre Aufgaben zu erfüllen. Diese öffentliche Armut treffe Millionen von Menschen, weil die Kommunen auf notwendige soziale und kulturelle Angebote verzichten müssen.

Die VdK-Präsidentin verweist auf Artikel 14 Grundgesetz, in dem es heißt: "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen." Deshalb fordert Mascher eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes und eine Abgabe auf hohe Vermögen. Sie drängt außerdem auf die Einführung einer Börsenumsatzsteuer. Mascher fordert auch, Steuerschlupflöcher zu schließen, "denn Steuerflucht ist kein Kavaliersdelikt".

Der VdK plädiert für eine gerechtere Verteilung von Einkommen und Vermögen in Deutschland. Mascher: "Das fördert den sozialen und den inneren Frieden und beugt auch Kriminalität und Gewalt vor." (mpa)

Siehe auch www.vdk.de/htoder http://vdk.de/de28111 und www.vdk.de/kv-giessen

Als größter Sozialverband in Deutschland stärkt der VdK den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft und leistet wertvolle Hilfe in allen Fragen.

"Wir lassen keinen allein! Für uns ist jeder wichtig!"



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