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Zahl der Wildunfälle nimmt ständig zu
Kreis Gießen - Gießen
Geschrieben von: Anzeigerlokal
am: Dienstag, 28. Oktober 2008 um 22:45 - Gelesen: 4255 mal

Wildschweine kollidieren mit mehreren Fahrzeugen auf der A3. Die traurige Bilanz: Ein Toter. Diese Schlagzeilen rücken das Thema Wildunfälle mit Macht in den Fokus der Öffentlichkeit. Allerdings herrscht der Irrglaube, die Gefahr, auf Reh, Hase, Wildschwein und Co. zu treffen, beschränke sich nur auf die Jahreszeiten Herbst und Frühjahr. "Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Die Wildunfallgefahr besteht das ganze Jahr", sagt Hauptkommissar Gerold Reitz. Und: "Die Zahl der Wildunfälle steigt ständig", so der Leiter der Verkehrsinspektion des Polizeipräsidiums Mittelhessen.

Im Raum Gießen wurden im Zeitraum 1. Januar 2006 bis 31. Juli dieses Jahres "1904 Unfälle mit elf Schwerverletzten, 26 Leichtverletzten und einem Sachschaden von über 2,5 Millionen Euro registriert", so Reitz. Der Blick auf den Auszug der elektronischen Unfalltypensteckkarte (Euska) der Polizei beeindruckt. Die Fähnchen, die alle einen Unfall mit Wild kennzeichnen, liegen dicht an dicht. "Es wird deutlich, dass es auf fast allen Verbindungsstrecken zwischen zwei Ortschaften zu Wildunfällen kommt", sagt Reitz. Besonders betroffen seien aber die Waldgebiete. Der Hauptkommissar erläutert weiter, dass die von den Beamten erstellte Statistik zeige, dass die Gefahr für den Autofahrer "in den frühen Abendstunden, nachts und am frühen Morgen" am höchsten sei. Der morgendlich dichte Berufs- und der Feierabendverkehr fallen in eine Zeit, in das Wild aktivsten ist. "Durch die Zeitumstellung wird sich die Gefahr sogar weiter erhöhen", erklärt dazu Dr. Klaus Röther, Sprecher des hessischen Landesjagdverbandes. Die Uhren wurden in der Nacht zum Sonntag um eine Stunde nach hinten gestellt, so dass die Dämmerung nun früher einsetzt. "Dass ist die Zeit, in der das Wild seine Fressplätze aufsucht und aus dem Dickicht kommt." Hinzu komme, dass Rehe und Hirsche bestimmte Wege einhielten, Füchse dagegen streunten zum Beispiel auf der Suche nach totgefahrenen Kleintieren die Straßen entlang und könnten dort von Autos erfasst werden. Auf die Frage, ob die steigende Zahl von Unfällen auf eine Zunahme des Wildes zurückzuführen sei, antwortet der Experte: "Bei Rehen und Hirschen sind die Zahlen in den letzten Jahren mit rund 200000 beziehungsweise 18000 Tieren konstant geblieben."

Anders sehe es dagegen bei Wildschweinen aus. "Hier verzeichnen wir in den letzten Jahren eine starke Zunahme." Zurückzuführen sei dies zum einen auf den großflächigen Mais- und Getreideanbau, der ein reichhaltiges Nahrungsangebot für die Tiere darstelle. Des weiteren fänden sie im Raps, der ebenfalls vermehrt angebaut werde, sehr gute Deckung. Ein weiterer Punkt für das "Schlaraffenland" sei die Klimaveränderung, durch "die es im Winter viel mehr Waldfrüchte, wie Eicheln und Bucheckern gibt." Die Wildschweine stehen also gut im Futter und bekommen vermehrt Nachwuchs, natürliche Feinde haben sie nicht. "Ein weiterer Aspekt für die Zunahme der Wildunfälle ist auch, dass der Straßenverkehr deutlich zugenommen hat", so Röther. "Die Wahrscheinlichkeit, auf ein Tier zu treffen, ist heute einfach viel, viel höher als noch vor 20 Jahren."

Das Verhalten der Tiere sollte von den Autofahrern, die in der Dämmerung unterwegs sind, also unbedingt berücksichtigt werden. Hauptkommissar Reitz: "Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, besonders vorsichtig, das heißt mit mäßiger Geschwindigkeit, ständiger Bremsbereitschaft und erhöhter Aufmerksamkeit zu fahren."


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