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Naturkundliche -u. geschichtliche Wanderung
Wetteraukreis - Hirzenhain
Geschrieben von: Adolf Zeisberger Vogelsberger Höhen Club e.V.Zweigverein Hirzenhain
am: Dienstag, 12. Juni 2012 um 14:18 - Gelesen: 7304 mal
Von den Kelten ins Mittelalter
VHC Wanderung von Stockheim auf den Glauberg und durch die Nidderauen
Die geschichtliche Wanderung des VHC Hirzenhain führte ausgehend vom Rewe-Parkplatz in Stockheim, wo die Wandergruppe von dem im Feuchtgebiet ansässigem Storchenpaar von einem Strommast herab mit lautem Geklapper begrüßt wurde. Wanderführerin Hanna Beck gab den teilnehmenden Wanderern zur wechselvollen Geschichte Stockheims Erklärungen. Stockheim, das 1198 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde, hat immer wieder am Rand des Untergangs gestanden. Erstaunlich war, dass mit einsetzender, sich weit verbreitender Weinkultur im 16.Jh. in dem damaligen kleinen Ort 20 Winzerfamilien ihr Auskommen hatten, bis der Dreißigjährige Krieg das Dorf fast auslöschte. Seine Blüte erlebt Stockheim mit der Entwicklung zum Eisenbahnknotenpunkt in der 2. Hälfte des 19.Jhs. verbunden mit einer rasch einsetzenden Industriealisierung.
Danach wanderte die Gruppe, bei herrlichem Sonnenschein, am Ortsrand entlang und den Bahngleisen folgend weiter zum Lückenberg, wo ein Privatgarten besucht wurde, auch weil hier ein Turmfalkenpaar nistet und auf sich aufmerksam machte. Danach ging es den Glauberg hinauf zum Brüderbrunnen und weiter zum Plateau mit seinen zum Teil mächtigen Wallanlagen und deren 2500-jährigen Geschichte. Hier konnten die Wanderer zum einen die wunderschöne Aussicht ins Niddertal genießen, zum anderen in die Geschichte dieses besonderen Ortes, an dem heute eine schöne, beruhigende Atmosphäre spürbar ist, eintauchen. Die Überreste ehemaliger Siedlungen entführen hier ins Mittelalter der Stauferzeit. Auch der mittelalterliche Weinbau an der Südwestseite des Glaubergs wurde erwähnt, ebenso die kuriose und recht erfolglose Wiederbelebung der Weinkultur in der Mitte des 18.Jh. durch Gräfin Louise von Gedern. Danach wandte sich die Gruppe dem neuen Museum zu, erklommen den rekonstruierten keltischen Fürstengrabhügel und hörten den Werdegang der „Keltenwelt am Glauberg“ in groben Zügen von der Entdeckung des Grabenkreises an bis hin zur Eröffnung des so erfolgreichen Museums. Die Tour führte weiter nach Glauberg, deren erste urkundliche Erwähnung vom Jahr 802 datiert; d.h. das Dorf im Tal hatte schon zur Zeit der alemannischen Besiedlung des Plateaus Bestand. Interessant war, dass Glauberg eine Mutterkirche, Gerichtsbarkeit und einen Markt, den „Herbegässer Markt“, besaaß, was infolge herrschaftlicher Verwerfungen 1317 an Ortenberg abgegeben werden musste, waraus bis auf den heutigen Tag der dortige „Ortenberger Markt“ hervorging. Für Glauberg blieb lediglich die Kirchweih zu gleicher Zeit. Nachdem die Nidder überquert war, ging es dem Flusslauf flussaufwärts bis zum beginnenden Naturschutzgebiet beim Klärwerk von Stockheim. Dort wurde am schönen Fischteich, wo ein Krickentenpaar seine Jungen „spazieren-schwamm“ und Frösche lauthals quakten, gerastet. Nach der Rast wurde die Wanderung mit einer weiteren Wandergruppe des VHC Hirzenhain, die später aufgebrochen war, fortgesetzt. Faszinierend auf dem Wege waren die große Anzahl an blühenden gelben Sumpfschwetrlilien und das immer wieder kreisende Storchenpaar in den Nidderwiesen von Stockheim. Vorbei am Hofgut Leustadt führte die Wanderung Richtung Effolderbach. Im Gebiet der Nidderauen boten sich gute Einblicke in den Bereich der renaturierten Nidder, das Stückchen Auwald, die Sauergraswiesen und die ausgedehnte Landschaft der Stillgewässer mit dem Schwanenpaar und seinen Jungen, ein Ort natürlicher Gelassenheit, eine Oase in unserer „schnellen Welt. Die drückende Nachmittagshitze beschleunigte die Wanderschritte in Richtung Stockheim, wo dieser Wandertag in fröhlicher Runde in einem Cafe zu Ende ging.

Einkehr in der "Casa mia"
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