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Straßennamen in Gießen
Kreis Gießen - Gießen
Geschrieben von: Karin Jung
am: Mittwoch, 18. April 2012 um 13:04 - Gelesen: 5619 mal
Vor einiger Zeit war ich in der Weidigsporthalle in Oberkleen, da unser kleiner Enkel dort Fußball spielte. Vor dem Gebäude steht ein Gedenkstein für Friedrich Ludwig Weidig. Mir war bisher das Weidig-Gymnasium in Butzbach ein Begriff und daß Weidig quasi der "hessische Turnvater" war. Und es gibt in Gießen-Wieseck die Weidigstraße.Friedrich Ludwig Weidig wurde am 15. Februar 1791 in Oberkleen im Hüttenberger Land geboren. Sein Vater war Oberförster, seine Mutter eine geborene Liebknecht. Er ging in Cleeberg und ab 1803 im landgräflichen Butzbach zur Schule. Während seines Studiums der Theologie an der Universität Gießen war er Mitglied der fränkischen Landsmannschaft. 1812 wurde er Konrektor an der Butzbacher Knabenschule.
Friedrich Ludwig Weidig führte nach dem Vorbild von Turnvater Jahn mit seinen Schülern Turn- und Exerzierübungen durch und er gründete um 1814 einen Turnplatz auf dem Schrenzer, einem Ausläufer des Taunus. Wegen politischer Betätigung wurde erim Unterricht, in seinen Predigten und auch privat überwacht. Friedrich Ludwig Weidig gehörte zu den Liberaldemokraten, die ein vereinigtes Deutschland als demokratischer Nationalstaat anstrebten. Er half bei den Vorbereitungen des Hambacher Festes, konnte aber wegen der behördlichen Überwachung nicht daran teilnehmen.Er kam 1833 das erste Mal in Haft, trotzdem gelang es ihm 1834 illegal vier Ausgaben des "Leuchter und Beleuchter für Hessen (oder der Hessen Notwehr)" zu veröffentlichen. In diesem Jahr traf er erstmals mit Georg Büchner zusammen. Diese Begegnung wurde ihm zum Verhängnis. Er arbeitete ein Büchner-Manuskript gegen dessen Willen zum "Hessischen Landboten" um. DieOrganisation von Druck und Verteilung lag in den Händen von Weidig und seinen Schülern.
Seit April 1834 war er vom Dienst suspendiert und wurde in das kleine Vogelsbergdörfchen Ober-Gleen (gehört heute zu Kirtorf) strafversetzt. Als das Projekt des "Hessischen Landboten" im Sommer 1834 verraten wurde, flüchtete Büchner nach Straßburg. Friedrich Ludwig Weidig weigerte sich, mit seiner Familie in die Schweiz auszuwandern. Kurz darauf wurde er verhaftet und kam in die Klosterkaserne zu Friedberg. Im Juni 1835 wurde er in das Arresthaus nach Darmstadt verlegt. Hier wurde er von den Untersuchungsrichtern, besonders vom Untersuchungsrichter Georgi, gequält und körperlich mißhandelt. Nach zweiqualvollen Jahrenbeging er am 23. Februar 1837vermutlich Selbstmord. Seine Briefe, die der kranke und mißhandelte Mann aus dem Gefängnis an seine Frau schrieb, wurden noch viele Jahre nach seinem Tod "aus staatspolitischen Gründen" zurückgehalten und der Grabstein, auf dem seine Freunde schrieben, daß er ein Kämpfer für die Freiheit gewesen sei, wurde damals auf Befehl der Regierung vermauert.
Das Grab von Friedrich Ludwig Weidig befindet sich auf dem Alten Friedhof in Darmstadt.
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