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"Wir haben in Gießen eine zweite Heimat gefunden"
Kreis Gießen - Gießen
Geschrieben von: Anzeigerlokal
am: Montag, 27. Oktober 2008 um 15:50 - Gelesen: 5156 mal

Von einer dynamischen Entwicklung mit Kampf, Rückschlägen und Freude sprach der Vorsitzende Mikhail Litvak gestern in seinem Rückblick auf "30 Jahre Jüdische Gemeinde in Gießen und 90. Geburtstag Prof. Altaras". Im voll besetzten Gemeindesaal der Synagoge sagte er, dass die Jüdische Gemeinde in diesen Jahren "ihren Stellenwert in der Gießener Gesellschaft" bekommen habe. "Wir sind dankbar dafür, dass wir hier unsere zweite Heimat gefunden haben. Wir sind dankbar dafür, dass Gießen unser Zuhause geworden ist."

In der von zehn Musik- und Tanzdarbietungen aufgelockerten Feierstunde erinnerte das Moderatorenteam Marina und Alexander Frankfurt daran, dass vor 1938 in Gießen 1300 Juden lebten und dass hier zwei Synagogen standen. Laut Litvak stammen die ersten handschriftlichen Zeugnisse über Juden in Gießen sogar aus dem Jahr 1344. Doch dann kam die Shoa, der Völkermord an den Juden. "1942 lebte in Gießen kein Jude mehr. Das jüdische Leben war ausgelöscht."

In Ergänzung des vom Ehepaar Frankfurt in mehreren Teilen vorgetragenen Rückblicks auf die Geschichte der Jüdischen Gemeinde in Gießen ging Mikhail Litvak ausführlich auf die Verdienste des Gründers der Gießener Gemeinde, Prof. Jakob Altaras, und seiner Ehefrau und späteren Nachfolgerin im Vorsitz, Thea Altaras, ein. Im Gründungsjahr gab es rund 60 Mitglieder. "Heute haben wir über 400." Ein Großteil von ihnen seien Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion.

"1995 wurde zusammen mit der Einweihung der Synagoge das Gemeindezentrum eröffnet", rief Alexander Frankfurt in Erinnerung. "Damit zündete die Familie Altaras das ewige Licht einer neuen Ära an. Und zwar der Ära des jüdischen Lebens in Gießen." Nach einem von Inta Serebro vorgetragenen Friedenslied und einem von der Vokalgruppe der Jüdischen Gemeinde gesungenen Gebet zeigte sich das Publikum von der erst 14-jährigen Isabelle Rubinstein fasziniert, die auf dem Klavier mit artistischer Fingerfertigkeit eine Chopin Fantasie darbot. Danach begleitete sie die erst 13-jährige Geigerin Jördis Tielsch bei deren meisterlicher Interpretation einer Mozart-Sonate. "Wer so ausgezeichnete Künstler in seinen Reihen hat, der muss eine glückliche Gemeinde sein", sagte Innenminister Volker Bouffier, ehe er im Namen des Landes Hessen "und ganz persönlich" den Gemeindemitgliedern zu dem "Tag der Freude" gratulierte. Nachdrücklich lobte der ranghöchste Politiker unter den anwesenden Gästen den Mut, die Zuversicht und das Vertrauen, das die Gründer und Mitglieder der Gemeinde gefasst hatten und das sie nach wie vor haben. "An der Jüdischen Gemeinde Gießen kann man zeigen, dass dies ein anderes Deutschland geworden ist." Die Lage der Synagoge "mitten in der Stadt" nannte Bouffier "ein Zeichen gelebter Auferstehung".

Die vom Vorsitzenden der Gemeinde gebrauchten Worte der Freundschaft hätten ihn sehr bewegt, bekannte Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann, der die Grüße des Magistrats überbrachte. "Sie sind ein Teil der Gießener Bürger geworden", fasste Haumann die Geschichte der Jüdischen Gemeinde zusammen. "Seit 30 Jahren gehen wir viele Schritte gemeinsam", unterstrich Dieter Steil als Vorsitzender der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Gießen-Wetzlar. Dekan Frank Tilo Becher gratulierte im Namen der Evangelischen Kirche in und um Gießen und auch im Namen des Katholischen Dekans Januarius Mäurer. Nach verschiedenen Tänzen der Tanzgruppe Kochol Welowan erreichte die Stimmung beim gemeinsamen Singen des hebräischen Volkslieds "Hava Nagila" ihren Höhepunkt.


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