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Straßennamen in Gießen
Kreis Gießen - Gießen
Geschrieben von: Karin Jung
am: Dienstag, 24. Januar 2012 um 18:30 - Gelesen: 5438 mal
Fährt man stadtauswärts auf der Krofdorfer Straße, dann biegt manrechts in die "Carlo-Mierendorff-Straße" ein.
Carlo Mierendorff wird am 24. März 1897 als zweiter Sohn des Textilgroßhändlers Georg Mierendorff und seiner
Ehefrau Charlotte in Großenhain in Sachsen geboren. 1907 zieht die Familie nach Darmstadt, da der Vater in den Dienst des hessischen Großherzogs tritt. Am 10. August 1914 - zwei Tage nach seinem Abitur - meldet sich Carlo Mierendorff freiwillig zur Teilnahme am 1. Weltkrieg. Er erhält dann als Rekrut bei den Kämpfen um Lodz das Eiserne Kreuz II. Klasse. In den Jahren 1915 und 1916 erkrankt er wiederholt sehr schwer. Während eines Genesungsaufenthalts schreibt er sich 1916 in Heidelberg für Volkswirtschaft ein. 1917 wird er an der Westfront eingesetzt und erhält von Kaiser Wilhelm II. das Eiserne Kreuz I. Klasse. Sein Bruder fällt in Frankreich.Carlo Mierendorff veröffentlicht die Novelle "Der Gnom". Im Jahr 1918 folgt seine Erzählung "Lothringer Herbst" und er unterzeichnet den Aufruf "Programm des politischen Rats geistiger Arbeiter".Von 1919 -1922 folgt das Studium der Staatswissenschaft, der Volkswirtschaft und der Soziologie in Heidelberg, Freiburg und in Frankfurt/Main. Gemeinsam mit Carl Zuckmayer engagiert sich Carlo Mierendorff in der "Sozialistischen Studentengruppe" und in der "Vereinigung republikanischer Studenten". Es erscheint das erste Heft der von ihm gegründeten Zeitschrift
"Das Tribunal. Hessische Radikale Blätter". 1920 wird er Mitglied der SPD.Im Juni 1920 organisiert er eine militante
Aktion gegen den Leiter des Heidelberger Physikalischen Instituts, Philip Lenard, der sich weigerte, der Aufforderung zur allgemeinen Arbeitsruhe zu folgen, die anläßlich des Ermordung von Walther Rathenau angeordnet war. Carlo Mierendorff promoviert in Heidelberg zum Dr. phil. mit der Dissertation "Die Wirtschaftspolitik der Kommunistischen Partei Deutschlands". Von 1922 bis 1924 arbeitet er als wissenschaftlicher Sekretär beim Hauptvorstand des Transportarbeiterverbands im Allgemeinen Gewerkschaftsbundin Berlin.1925 und 1926 bearbeitet er das Feuilleton des sozialdemokratischen"Hessischen Volksboten" in Darmstadt. 1926 bis 1928ist er Sekretär der SPD-Reichstagsfraktion in Berlin. Als Mitglied der SPD-Wehrkommission erarbeitet er Vorschläge zur Kontrolle der nationalistischen "Schwarzen Reichswehr". Von 1928 bis 1933 übt Carlo Mierendorff die Tätigkeit eines Pressereferenten im hessischen Innenministerium, das von Wilhelm Leuschner geleitet wird, aus. Von 1930 bis 1933 ist er Mitglied im Reichstag. Bereits 1930 veröffentlicht er "Gesicht und Charakter der nationalsozialistischen Bewegung". Er warnt hier vor dem aufkommenden Rechtsradikalismus und Antisemitismus der NSDAP. Mit einer rhetorischen Frage nach den Fronterfahrungen von Joseph Goebbelsstellt er am 23. Februar 1931 den NSDAP-Abgeordneten bloß. Nach der Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler versucht Carlo Mierendorff der Verhaftung durch Flucht zum entgehen, aber am 13. Juni 1933 wird er in einem Cafe in Frankfurt/Main verhaftet. Es folgt von 1933 bis 1938 die Inhaftierung in den Konzentrationslagern Osthofen, Börgermoor, Papenburg, Lichtenburg und im Gefängnis der Gestapo in Berlin. 1938 wird er freigelassen mit der Auflage, sich jeder politischen Betätigung zu enthalten. Er untersteht der geheimpolizeilichen Kontrolle und ihm wird das Pseudonym "Karl Wilmer" für eine neue bürgerliche Existenz zugewiesen. Mit Beginn des 2. Weltkriegs bekommt Carlo Mierendorff eine Stelle in der Sozialabteilung der Braunkohle- und Benzin-AG Berlin. Er ist in dem Rüstungsunternehmen für die Beschaffung und Verteilung der Arbeitskräfte zuständig. Er knüpft Kontakte u. a. zu Adolf Reichwein, Graf von Moltke und Wilhelm Canaris.In den Jahren 1940 bis 1943 fungiert er in dem oppositionellen Zirkel"Kreisauer Kreis" als Bindeglied zwischen dem sozialdemokratischen Widerstand um Leuschner und der bürgerlich-zivilen und den militärischen Oppositionskreisen. Im Aufruf "Sozialistische Aktion" vom Juni 1943 plädiert Carlo Mierendorff für ein Bündnis sämtlicher oppositioneller Kräfte, um das NS-Regime zu stürzen. Carlo Mierendorff stirbt am 04. Dezember 1943 bei einem Luftangriff in einem Schutzbunker in Leipzig. Seine Leiche wird eine Woche später geborgen. Sein Grab befindet sich auf dem Waldfriedhof in Darmstadt.
Kommentare (1)Add Comment
Peter Herold
geschrieben von Peter Herold, Januar 27, 2012
Straßennamen sehr informativ
Heute kam ich nach langer Zeit mal wieder dazu Beiträge zu lesen. Schön, dass es die Straßennamen immer noch gibtsmilies/smiley.gif

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Aktualisiert ( Dienstag, 24. Januar 2012 um 18:38 )
 
 
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