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Internationaler Tierrechtstag - 10. Dezember 2011
Main-Kinzig-Kreis - Bad Orb
Geschrieben von: Achim Stößer
am: Donnerstag, 08. Dezember 2011 um 19:54 - Gelesen: 7064 mal
Am 10. Dezember ist der internationale Tag der Tierrechte. Anlaß für Tierrechtsinitiativen wie Maqi, nachdrücklich auf die aktuelle Tierrechtssituation hinzuweisen.

Fünfzig Jahre nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte am 10. Dezember 1948 wurde der Tag der Menschenrechte zum Tag der Tierrechte erweitert, um deutlich zu machen, dass Rechte unabhängig von der Spezies notwendig sind, da Speziesismus, analog zu Rassismus, Sexismus usw., eine Form der Diskriminierung aufgrund ethisch irrelevanter Eigenschaften ist.

Der Tag ist somit nicht nur den Rechten einer einzigen Tierart, denen der Menschen, sondern auch denen anderer Tiere gewidmet. Dabei implizieren Tierrechte Menschenrechte, so wie Menschrechte beispielsweise Kinderrechte implizieren (da Menschen Tiere sind).

"Wer Antirassist und Antisexist ist, weil er willkürliche Diskriminierung ablehnt, und nicht zugleich Antispeziesist, ist ein Heuchler", so Achim Stößer von Maqi. "Denn es gibt kein ethisch relevantes Unterscheidungsmerkmal zwischen allen Menschen und allen anderen Tieren."

Tatsächlich werden in einer speziesistischen Gesellschaft ethisch irrelevante Merkmale wie die angebliche intellektuelle oder emotionale "Überlegenheit" von Menschen vorgeschoben, wobei entlarvenderweise ein Oktopus, ein Schimpanse, ein Schwein, eine Krähe oder ein Hund weniger Rechte haben als etwa ein menschlicher Fötus oder ein Säugling sie (allein aufgrund ihrer Spezies) haben, auch wenn sie diesbezüglich einem menschlichen Kleinkind gleichen oder es übertreffen und daher nach diesem Kriterium entsprechende Rechte haben müßten. Im Gegensatz dazu werden die Rechte der namenlosen Verwandten von Paul, Cheeta, Wilbur, Abraxas und Lassie massiv verletzt, indem zahllose von ihnen ermordet werden, um ihre Leichen aufzufressen, Nichtmenschen werden für "Schinken", "Leder", "Omelette", "Schnitzel", "Fisch", "Käse", "Honig", "Filet", "Wolle", "Braten", "Pelz" umgebracht.

Allein in Deutschland kostet das beispielsweise Jahr für Jahr fünfzig Millionen Schweine ihr qualvolles Leben. Menschenrechte werden verletzt durch Sklaverei, Folter, Todesstrafe, Diskriminierung, willkürliche Haft - und all das ist Alltag für Milliarden Hühner, Schweine, Rinder, Fische und zahllose andere nichtmenschliche Tiere. Für die derzeit lebenden sieben Milliarden Menschen werden drei Mal so viele Hühner, Rinder und Schweine gefangengehalten, dazu weitere Milliarden Enten, Schafe, Kaninchen, Ziegen, Fische, Bienen, Gänse, Truthühner und zahllose Individuen anderer Spezies. Allein für ein tägliches Ei, ob in der Schale oder verarbeitet, werden pro Person jährlich ein männliches Küken und eine Henne getötet. Daher ist für Tierrechte auch und primär Veganismus zwingend notwendig, ein Leben ohne den Konsum von Tierprodukten. Wer nicht vegan lebt, ist ursächlich verantwortlich für Gefangenschaft und Tötung von Tieren, begeht Mißhandlung und Mord bzw. gibt diese, was ethisch gleichrangig zu bewerten ist, in Auftrag. Daran ändern auch "Bioschweine" nichts, "Milch von glücklichen Kühen" oder "Eier von freilaufenden Hennen" - denn auch diese Tiere leiden unter Qualzüchtung und Gefangenschaft, auch sie werden entgegen dessen, was die Werbung suggeriert, ermordet: ihre elementarsten Rechte aufs äußerste verletzt.

Auch wenn Tierrechtsgegner sich gern darüber mokieren, bedeuten Tierrechte ebensowenig Wahlrecht für Grottenolme wie Kinderrechte Wahlrecht für Säuglinge bedeuten. Vielmehr geht es um die Wahrung von Elementarrechten wie dem auf Leben und physische und psychische Unversehrtheit. Eine Forelle hat wohl kein Interesse an einem Recht auf freie Berufswahl, wohl aber an einem Lebensrecht. Allgemein haben Individuen Interessen an Tierrechten, die ihnen angemessenen sind - an Tierrechten, und keinesfalls nur an Tierschutz wie größeren Gefängnissen für Todgeweihte oder bequemeren Todestransporte.

Auch heute noch werden Menschenrechte verletzt, global wie vor unserer Haustür. Die Personengruppen, denen Rechte "zugestanden" wurden, wurden im Lauf der Geschichte immer mehr erweitert. Als ein historischer Meilenstein wird die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte der französischen Nationalversammlung vom 26. August 1789 angesehen - doch diese galt ausschließlich für Männer. Die 1776 in der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung erstmals offiziell postulierten Menschenrechte wurden in der späteren Verfassungspraxis nur "frei geborenen", weißen Männern in vollem Umfang zugestanden, nicht aber Sklaven und Leibeigenen oder Personen anderen Geschlechts oder anderer Hautfarbe. "Die Neger in ihrem Heimatland Afrika sind offensichtlich nutzlos in der großen Waage der menschlichen Gesellschaft; sie sind zu vornehmem Verhalten, Kunst oder Wissenschaft vollkommen unfähig", lautete eine Rechtfertigung. Zutreffend wurde gesagt: "das Recht der Sklavenhaltung ist deutlich in der Heiligen Schrift begründet, sowohl durch Gebote als auch durch Beispiele." Die Folge: "Für diesen Zweck haben sie Familien getrennt; für diesen Zweck haben sie das Neugeborene der Mutter weggenommen, bevor es die Fähigkeit hatte sie zu kennen". All dies weist frappierende Parallelen zur heutigen Versklavung nichtmenschlicher Tiere auf.

"Heute, fast ein viertel Jahrtausend nach der ersten offiziellen Erwähnung von Menschenrechten, ist es an der Zeit, diese Denkweise abzulegen, die in der Praxis zu einem tagtäglichen Blutbad führt", so Stößer, "und daraus an jedem, nicht nur am internationalen Tierrechtstag die Konsequenzen zu ziehen: den anthropozentrischen Speziesismus auf die Müllhalde der Geschichte zu werfen, auch wenn es noch Jahrzehnte dauern wird, bis es eine - heute längst überfällige - vegane Gesellschaft geben wird."


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