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Verlust der Grünberg-Buslinien kann Aus für Firma Eise bedeuten
Kreis Gießen - Grünberg
Geschrieben von: Anzeigerlokal
am: Donnerstag, 23. Oktober 2008 um 13:59 - Gelesen: 6532 mal

Das komplizierte Ausschreibungsrecht sorgt dafür, dass in Grünberg jetzt Schulbusse aus der Wetterau fahren sollen und ein Grünberger Busunternehmen vor der Aufgabe steht: Bisher hat das Busunternehmen Eise die Schüler der Stadt zum Unterricht gefahren, ob in die Theo-Koch-Schule und die Grundschulen "Am Diebsturm" oder "Am Sonnenberg" in Stangenrod. Auch der "kleene Grimmicher", der in der Kernstadt verkehrt, gehört zu diesem Paket. Damit ist es jetzt vorbei. Das Unternehmen hat die Ausschreibung für dieses Linienbündels verloren, bekommt also keine Konzession mehr.

Damit gehen dem Betrieb rund 70 Prozent seines Umsatzes verloren. Geschäftsführer Michael Jung versucht momentan mit allen Mitteln, andere Aufträge zu bekommen, um Kündigungen zu verhindern. "Das ist mehr als schwierig", stellte er auf Anfrage fest. Die Umstände der Vergabe dieses Bündels aber sind es, die Eise auf die Palme bringen. Anträge auf einen eigenwirschaftlichen Verkehr (ohne Subventionen) haben der Verkehrsverbund Oberhessen (VGO), die Verkehrsgesellschaft der drei Landkreise Wetterau, Vogelsberg und Gießen, sowie die Firma Eise Omnibusverkehr beim Regierungspräsidium gestellt. Das bedeutet, dass keine Ausschreibung mehr stattfindet, die Konzession direkt vergeben werden kann. Ein solcher Antrag auf Eigenwirtschaftlichkeit ist nicht unproblematisch. In Lich führen die heimischen Busunternehmen Eise, Schwalb aus Beuern und Erletz aus Staufenberg mit ihrem gemeinsamen Unternehmen ESE einen solchen Verkehr durch. Dagegen klagt allerdings die VGO. Über diese Frage soll es noch in diesem Herbst zu einer Entscheidung beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel kommen.

Auch Jung hatte zunächst einen eigenwirtschaftlichen Verkehr beantragt. "Ich habe mich aber von der VGO überreden lassen, diesen Antrag zurückzuziehen, mich stattdessen an einer Ausschreibung des Bündels durch die VGO zu beteiligen", stellt Jung heute fest. Die Argumente seien damals für ihn einsichtig gewesen, denn er habe sich nicht vorstellen können, dass ein auswärtiger Bieter ohne Betriebshof in der Stadt günstiger fahren könnte. Diese Einschätzung aber war falsch, denn die Hessische Landesbahn (HLB) mit Sitz in Butzbach hat ein "extrem günstigeres Angebot" abgegeben, wie sich Rolf Gnadl vom Vorstand der Ovag ausdrückte, der im Unternehmen auch für den Verkehrsbereich zuständig ist.

Außer der HLB war das Angebot eines weiteren Bieters günstiger als das von Eise. Jung war sich nach den Gesprächen mit der VGO so sicher gewesen, diese Ausschreibung zu gewinnen, dass er sogar schon drei gebrauchte Gelenkzüge angeschafft hat. Völlig schleierhaft ist ihm, wie die HLB zu den gebotenen Preisen auch nur kostendeckend fahren kann. "Unter normalen Bedingungen ist das unmöglich", stellte er fest, was ihm auch Kollegen bestätigt hätten. Auf jeden Fall fühle er sich über den Tisch gezogen. Ihm waren auch noch Angebote gemacht worden, einzelne Strecken für die HLB zu fahren, "das aber zu einem Preis, bei dem ich Geld mitbringen muss, bei dem ich mich frage, ob Fahrer noch Tariflohn beziehen". Das macht ihn verbittert, denn "mein Betrieb steht auf der Kippe". Ihm will es nicht in den Kopf, dass ein Staatsunternehmen wie die HLB den gewachsenen Mittelstand mit "Dumpingpreisen kaputt macht, die vielleicht sogar erst dadurch möglich werden, weil Steuergelder eine Rolle spielen". 20 Beschäftigte verdienten in seiner Firma ihren Lebensunterhalt Auch deshalb will Jung kämpfen, will nichts unversucht lassen, seinen Betrieb und damit möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Siegfried Fricke, der Verkehrsdezernent im Kreis, ist nicht glücklich über die Entwicklung. "Natürlich habe ich mich für das Grünberger Unternehmen eingesetzt", stellt er fest. Aber im Endeffekt habe er nun einmal auf Ausschreibungsergebnisse keinen Einfluss.


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