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Papageno, Pils und Panne - Vereinsausflug des TKK nach Schwetzingen und Mannheim
Wetteraukreis - Altenstadt
Geschrieben von: Barbara Müller-Walter Tanz- und Kulturkreis Altenstadt e.V.
am: Samstag, 15. Oktober 2011 um 15:37 - Gelesen: 7741 mal
Auf den Spuren Mozarts und des Kurfürsten von der Pfalz

Papageno, Tamino, Pamina, die Königin der Nacht oder wie sie hießen - hatten sie doch alle eins gemeinsam: Sie waren die Protagonisten der Oper „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart, die im Rokokotheater im Schwetzinger Schloss die Teilnehmer des Vereinsausfluges des TKK Anfang Oktober mit ihren singgewaltigen Stimmen begeisterten.
Diesen Eindruck konnte auch die etwas im Gegensatz dazu stehende karge und hemdsärmelige Kleidung eines Papagenos oder eines Sarastros nicht schmälern, bot doch der im Original erhaltene Theatersaal, 1752 erbaut nach den Plänen von Nicolas de Pigage, den Teilnehmern die Möglichkeit, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen und sich die adelige Gesellschaft während einer opulenten Opernaufführung in der Sommerresidenz zur Zeit des Kunstmäzens und Kurfürsten Carl Theodor vorzustellen.

Überhaupt, was hatte dieses Schwetzinger Schloss und sein Garten für die Teilnehmer nicht alles zu bieten: Neben seinen beiden eleganten Zirkelbauten und dem angesprochenen Rokokotheater kam man angesichts des in seiner Größe beeindruckenden französischen Barockgartens nicht umhin, sich in Versailles zu wähnen - ein Vergleich, der nicht weit hergeholt ist - war doch das Versailles des Sonnenkönigs Ludwig XIV. ein unmittelbares Vorbild der Bautätigkeit und eine Machtdemonstration der deutschen Kleinstaatsfürsten im 18. Jahrhundert. Der Bau des Mannheimer Schlosses ab 1720, dem eigentlichen Hauptsitz der Pfälzer Kurfürsten, veranschaulicht diesen Konkurrenzkampf in Form einer „Fensterrechnung“ recht deutlich: Die Teilnehmer erfuhren am nächsten Tag im Rahmen einer Stadtführung, dass es zwar „nur“ der zweitgrößte Barockschlosskomplex Europas nach dem Versailler Schloss ist, aber Versailles mit einem Fenster mehr übertrumpft, worauf der Kurfürst bei der Planung und dem Bau höchstes Augenmerk legte.

Schwetzingen hat aber auch noch ein Brauhaus mit natürlich selbstgebrauten Pils und leckerem Essen zu bieten und last but not least einen alten Messeplatz, auf dem parkende Busse, ähnlich eines Elefantenfriedhofs, ihr vermeintlich letztes Stündlein verbringen können, wenn sie denn ihren Geist aufgeben sollten. So auch der Vereinsbus, der sich nach der Opernaufführung und weit nach Mitternacht mit leerer Batterie und stöhnendem Geräusch verabschiedete und sich schlichtweg weigerte, die sich in bester Bierlaune befindlichen Teilnehmer zu ihrer Übernachtungsstätte, der Jugendherberge in Mannheim, zu befördern, so dass freundliche Schwetzinger Taxifahrer einspringen mussten.
Der Stimmung tat dies jedoch auch nach der Übernachtung keinen Abbruch, sieht man von der magischen Zahl 16 ab - der Anzahl der Tage bis zum Abriss der Jugendherberge an der wunderschön gelegenen Rheinpromenade, deren jungfräulicher Neubau gegenüber von den übernächtigten Teilnehmern sehnsüchtig bewundert wurde, aber leider noch nicht in Betrieb war.

Bleibt noch die Erkundung der Mannheimer Innenstadt am nächsten Tag zu erwähnen, von der alle Teilnehmer angenehm überrascht waren. Mannheim hat neben seiner berühmt-berüchtigten „Brück“ und dem bereits erwähnten Barockschloss vor allen Dingen mit dem Friedrichsplatz einen der größten und geschlossensten Jugendstilanlagen, erbaut zum Stadtjubiläum 1907, zu bieten. Persönlichkeiten wie Karl Drais, den man getrost als Vorreiter des von Carl Benz konstruierten 1885 ersten Benzinautos bezeichnen kann, unternahm bereits 1817 die erste Fahrt mit seiner konstruierten Laufmaschine, auch Draisine genannt, in Mannheim. Der erste Lanz Bulldog wurde in den 1920er Jahren von Heinrich Lanz hergestellt, dessen Stadtvilla heute noch Zeugnis vom Wohlstand der Fabrikantenfamilie abgibt. Der Kreis des Vereinsausfluges schließt sich mit Friedrich Schiller, der in Ludwigsburg in die ungeliebte Lateinschule ging und seine Anwesenheit während der Uraufführung seines Dramas „Die Räuber“ im Mannheimer Theater 1782 mit anschließendem Gefängnis und Schreibverbot durch den Herzog von Württemberg bezahlen musste.

So gesehen, gäbe es noch viel von einer Gegend zu berichten, die nur einen „Katzensprung“ von Altenstadt entfernt ist, bei der Rückfahrt aber angesichts der dichten und vielfältigen Eindrücke bei den Teilnehmern die übereinstimmende Meinung hinterließ, in einem weiten und fernen Land gewesen zu sein, in dem man bestimmt nicht das letzte Mal gewesen war!

www.tkk-altenstadt.de


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