Lokale Beiträge aus der Region Gießen - Jetzt michmachen »

Der Computer Doktor in Gießen - Reparatur, Service, Schulung - klicken und mehr lesen »



Drucken PDF E-Mail
Beitrag ausdrucken PDF erstellen per E-Mail senden Bearbeiten
       
Vielfältiges Sportangebot im Jubiläumsjahr
Kreis Gießen - Reiskirchen
Geschrieben von: Anzeigerlokal
am: Samstag, 30. August 2008 um 21:33 - Gelesen: 7306 mal

Geburtsstunde der TSG Reiskirchen schlug vor 100 Jahren – Dreigestirn leitet die Geschicke des Vereins – „Flamme der Begeisterung“ soll nie erlöschen


REISKRICHEN (hs). Die Turn- und Sportgemeinde 1908 e.V. Reiskirchen kann in diesem Jahr auf ein 100-jähriges Bestehen zurückblicken. Das Jubiläum wird in mehreren Veranstaltungen unter Einbeziehung der Abteilungen gebührend gefeiert. Den Auftakt dazu machte bereits der 21. Aktionstag „Seniorensport“, zu dem der Jubiläumsverein zusammen mit dem Sportkreis Gießen eingeladen hatte. Der Dank für die ausgezeichnete Organisation galt auch dem TSG-Team unter Gerda Wagner und Renate Weißenborn.
Keine Geräte, kein Übungsplatz, keine Turnhalle, keine finanziellen Mittel und auch keinerlei Unterstützung durch die Gemeinde, das waren wahrlich keine rosigen Aussichten und Startbedingungen. Eine 60-Stunden Arbeitswoche ließ auch nicht viel Zeit für abendliche Turnübungen. Treibende Kraft für die Vereinsgründung war Lehrer Eisfeller, der erst im April 1908 nach Reiskirchen gezogen war und nicht nur die Versammlung am 1. August eröffnete, sondern auch einen Vortrag über die Bedeutung des Turnens hielt und dabei nicht nur auf die Entwicklung des Körpers, sondern auch auf die des Geistes verwies. Eisfeller wurde auch zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Ein Vierteljahr später wurde schon ein Barren für 82,05 Mark angeschafft, was jedoch nur durch Spenden möglich war; denn ein Monatsbeitrag von 20 Pfennig für Erwachsene und 10 Pfennig für Zöglinge (Jugendliche) reichten dafür bei weitem nicht aus. Ein Reck für 55 Mark wurde im Mai 1909 in zwei Raten bezahlt und der Kauf von einem Pferd, Sprungbrett, Sprunggestell und Seil im Gesamtpreis von 111 Mark konnte nur durch eine Anleihe bei fünf Vorstandsmitgliedern finanziert werden. Interessant ist ein weiterer Protokollhinweis, wonach der Vereinswirt Ferdinand Gundrum für eine Abendveranstaltung im Oktober 1910 für „Licht und Brand“ 30 Pfennig erhielt.

Erstmals gibt es zum 24. Oktober 1909 eine Aufzeichnung über die Mitgliederzahl von 44 Personen, die Ende 1913 auf 68 angestiegen war. Strenge Regelungen sorgten für eine rege und pünktliche Beteiligung an den Turnstunden. Wer ganz fernblieb oder mehr als eine halbe Stunde zu spät kam, musste 20 Pfennig Strafe bezahlen. 1912 wurde der Verein unter dem Namen „Turnverein Reiskirchen“ in das Vereinsregister eingetragen. Der § 1 der Satzung lautete: Der Turnverein bezweckt die körperliche und sittliche Vervollkommnung seiner Mitglieder zum Dienste des Vaterlandes. Das sehr aktive Vereinsleben kam durch den Beginn des Ersten Weltkrieges jäh zum Erliegen und wurde erst wieder 1919 neu aufgenommen.

Das erste Gaubergfest des Lahn- Dünsberg- Turnerbundes fand am 19. September 1920 im Buchwald statt. 1922 gab es Gespräche mit den Verantwortlichen des ein Jahr zuvor von fußballbegeisterten jungen Männern gegründeten Sportvereins mit dem Ziel einer Verschmelzung, die in der gemeinsamen Generalversammlung am 14. Oktober 1922 beschlossen wurde. Der Verein führte nun den Namen: Turn- und Sportgemeinde Reiskirchen. Da etwa ab Mitte der 20er Jahre der Fußballsport infolge Platzmangels ganz eingestellt wurde, nannte sich der Verein wieder Turnverein. Über die Zeit der Jahre 1927 bis 1945 fehlen jegliche Unterlagen über das Vereinsleben. Hier haben die Vereinsverantwortlichen rechtzeitig reagiert und frühzeitig über noch lebende Vereinsmitglieder und -gründer entsprechende Auskünfte eingeholt.

1933 wurde das 25-jährige Bestehen gefeiert, Lehrer Müller aus Eberstadt stand damals an der Spitze des Vereins. Durch die politischen Veränderungen war aus dem Gauturnfest ein Kreisturnfest geworden, das vom 8. bis 10. Juli stattfand. Es war ein gelungenes Fest, das aber auch zugleich der Höhepunkt für die folgenden Jahre sein sollte. Die politischen Verhältnisse und der Zweite Weltkrieg schränkten die Vereinsaktivitäten ein, schalteten diese gleich und brachten sie erneut zum Erliegen. Mit der Heimkehr der ehemaligen Soldaten regte sich auch wieder der Wunsch auf sportliche Betätigung. Da jedoch die Turnvereine von den Besatzungsmächten als militärisch eingestuft und verboten worden waren, gründeten einige junge Männer unter der Leitung von Werkmeister Stegmann, die Fußball spielende Sportgemeinde Reiskirchen.

Mit der Generalversammlung vom 18. Januar 1947 gab es wieder die Turn- und Sportgemeinde Reiskirchen, die schließlich mit diesem Namen und dem Zusatz 1908 e.V. am 11. Juni 1958 pünktlich zur Feier des 50- jährigen Bestehens in das Vereinsregister beim Amtsgericht Gießen eingetragen wurde. Es war auch die Zeit, in der der Name des TSG 1908 Reiskirchen eng mit den Namen Turnvater Philipp Launspach und Leonhard Launspach verbunden war, der von 1947 bis 1972 an der Spitze des Vereins stand und danach auch zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Zuvor hatte Launspach bereits seit 1935 dem Vorstand als Jugend-, Kassen- und Turnwart angehört. Es war auch die Zeit, in der die Errichtung eines neuen Sportplatzes in der Jahnstraße und somit in Ortsnähe und der Bau des Vereinsheimes, das am 28. Juli 1963 eingeweiht werden konnte, standen. Mit Willi Damm hat sich ein weiteres Mitglied große und unvergessliche Verdienste um den Verein erworben. Damm, der viele Jahre als Schriftführer fungierte, konnte durch seine politische Tätigkeit in den Gremien der Gemeinde Reiskirchen, zusammen mit dem Fußballabteilungsleiter Reinhold Jüng die Interessen der TSG dort mit besonderem Gewicht einbringen.

Mit der Errichtung der Mittelpunktschule und der dadurch vorhandenen Turnhalle konnte ein weiteres räumliches Problem wenigstens minimiert werden. Doch der stets zunehmende Mitgliederzuwachs, der die TSG 1908 Reiskirchen auch zum mitgliederstärksten Verein in der Gemeinde Reiskirchen werden ließ, forderte weitere Übungsstätten, zumal auch neue Abteilungen den Sportbetrieb aufnahmen. Heute zeugen die Abteilungen für Fußball, Basketball, Tischtennis, Handball, Turnen- und Leichtathletik von einem regen sportlichen Engagement innerhalb des Vereins. Wesentlich unterstützt wurden die Aktivitäten durch den Bau der Großsporthalle durch die Gemeinde Reiskirchen. Fußball und Turnen prägten die TSG vorwiegend in ihrer 100-jährigen Geschichte. Was den Fußball betrifft, so fehlte diesem lange Zeit ein geeignetes Sportgelände, bis es schließlich 1951 im Zuge der Flurbereinigung mit dem Gelände an der Jahnstraße eine feste Bleibe gab.

Als Turngemeinde einst gegründet, stand das Turnen selbstverständlich im Mittelpunkt des Vereinsgeschehens. Große Erfolge auf diesem Sektor konnten in den 50er und Anfang der 60er Jahre errungen werden. Unvergesslich bleibt das Jahr 1964, als die aktive Turnriege mit Ernst Nießner, Horst Marschalek, Hermann Reichel, Werner Gundrum und Karl- Heinz Scheld Gaugerätemeister wurde. Die gewonnenen Fahnenschleifen von den Landes- und deutschen Turnfesten zeugen von einer ruhmreichen Vergangenheit Reiskirchener Turner. Bergfestsiege rundeten die Erfolgsserie ab. Weniger bekannt sein dürfte, dass auch für einige Zeit das Spielmannswesen in der Turn- und Sportgemeinde integriert war. So waren es in früheren Jahren die Turner, die sich dieser Musik angenommen hatten. Mit klingendem Spiel marschierten sie zu den Wettkämpfen und das – folgt man dem Protokoll – schon ein Jahr nach der Vereinsgründung.

1951 stand der Spielmannszug unter der gemeinsamen Regie der Turn- und Sportgemeinde und der Freiwilligen Feuerwehr, bis letztere ab 1962 nach der getroffenen Vereinbarung allein für den Spielmannszug verantwortlich zeichnete. Die Tischtennisabteilung – im Januar 1948 ins Leben gerufen – begeht in den nächsten Tagen ihr 60- jähriges Bestehen. 1965 hat die Abteilung Handball den Trainingsbetrieb aufgenommen und zunächst mit einer Männer- später auch mit Damenmannschaften, jetzt in der A- Liga- an den Wettkämpfen teilgenommen. Die Geburtsstunde der Leichtathletik schlug praktisch am 6. Januar 1970, als Erich Damm die Nachbarvereine aus Beuern, Burkhardsfelden und Großen- Buseck bewegte, sich mit der TSG Reiskirchen zu einer Startgemeinschaft Leichtathletik- Zentrum Busecker Tal (LBZ) zu verbinden. Jetzt gibt es nur noch einen Walking- und Lauf-Treff. Als jüngste Abteilung nahmen die Basketballer im Jahre 1971 unter Karl Steinmüller ihren Betrieb auf und waren in den letzten Jahren unter der Leitung von Dr. Werner Hühn sehr erfolgreich bis zum Aufstieg in die Hessenliga. Mit Sebastian Hühn hat die Abteilung auch einen Deutschen Meister in ihren Reihen, der diesen Titel mit der Mannschaft der Fachhochschule Gießen/Friedberg errang.

Die Jugend- und Breitenarbeit steht schon seit jeher im Mittelpunkt des Vereinsgeschehens, wobei die TSG 1908 Reiskirchen nicht nur Begegnungsstätte für Sport und Spiel für jung und alt, sondern auch Dreh- und Angelpunkt im gesellschaftlichen Leben der Gemeinde ist.

Schon seit Jahren wird die TSG 1908 Reiskirchen von einem Vorstandstrio, den Vorsitzenden Aiwar Balodis (Verwaltung), Martin Schäfer (Sport) und Lothar Petri (Finanzen) geführt. Hinzu kommen mit Hermann Damm (Schriftführer), Sebastian Hühn (Jugendleiter) und den Abteilungsleitern Andreas Schön (Fußball), Hans Kruppa (Turnen und Leichtathletik), Dr. Werner Hühn (Basketball), Martin Schäfer (Handball) und Axel Hollnagel (Tischtennis) engagierte Vereinsmitglieder, die das Erbe der Gründer erfolgreich fortführen, getreu den Worten deslangjährigen Vorsitzenden Leonhard Launspach: „Möge die Flamme der Begeisterung für Turnen und Sport nie in Euch erlöschen. Möget Ihr früh erkennen, welche Bedeutung den Leibesübungen für die Erhaltung der Gesundheit, für die Willensbildung, die Kameradschaft und die Erziehung zukommt.“


Der Verein: TSG 1908 e.V. Reiskirchen
Mitglieder: 906
Gründungsjahr: 1933
Kontakt: Aiwar Balodis, (Vorsitzender Verwaltung), Tel.: 06408/ 62454
Termine:
25.10.2008: Jubiläumskommers im Bürgerhaus Reiskirchen
14.9.2008: Gau- Bergfest an der Kirschbergschule
9.11 2008.: Ausstellung der Heimatgeschichtlichen Vereinigung
Reiskirchen, Thema: „Turnen“


Kommentare (0)Add Comment

Kommentar schreiben
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben. Bitte registrieren, wenn Sie noch kein Konto haben.

busy
Aktualisiert ( Samstag, 30. August 2008 um 21:36 )
 
 
Kreis GießenALLE BEITRÄGE ANSEHEN »
Mein anzeigerlokal Profil
Jetzt registrieren » Sie sind noch kein Autor und möchten Artikel schreiben? Registrieren Sie sich schnell und kostenlos.
Zugangsdaten vergessen?
Anmeldung für Vereine » Spezielle Anmeldung für offizielle Vereinsvertreter.
Jetzt als Verein registrieren »
Andere LandkreiseWetteraukreis

Vogelsbergkreis

Main-Kinzig-Kreis

Hochtaunuskreis

Lahn-Dill-Kreis

Limburg-Weilburg

Marburg-Biedenkopf

Aktuelle Termine

Donnerstag, 25. Oktober 2018
ab 19.00 Uhr
bis 20.45 Uhr
Diavortrag: "Italienische Gärten"
Activities
X
Online Chat
X
Ihr Status: 
Verfügbar
Bitte anmelden um zu chatten.
Online Chat (0)
 
Wir haben 1704 Gäste online
Ein Angebot von:
Gieener Anzeiger
Gießener Anzeiger
Gelnhäuser Tageblatt
Kreis Anzeiger
Lauterbacher Anzeiger
Oberhessische Zeitung
Usinger Anzeiger
mittelhessen-mail.de
mittelhessen-mail.de
Tools für Webseiten
PHP Plugin WordPress Plugin RSS Webseite
Plugins Wordpress Community