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Volksbank will jetzt doch Bankbus schicken
Kreis Gießen - Lich
Geschrieben von: Anzeigerlokal
am: Dienstag, 14. Oktober 2008 um 10:59 - Gelesen: 6067 mal

Der Bürgermeister der Stadt Lich, Bernd Klein (SPD), ist besorgt über die Entwicklung der Infrastruktur im ländlichen Raum. Die Schließungen der Volksbankfilialen in Eberstadt und Langsdorf (der Anzeiger berichtete) setzen das Ausbluten von Versorgungseinrichtungen weiter fort, schreibt Klein in einer Pressemitteilung. Er weist zudem darauf hin, dass er gleich nach Bekanntwerden der Schließungspläne Gespräche geführt habe. Der Filialbus, der regelmäßig die Stadtteile anfahren soll, sei der erreichte Kompromiss. Ebenfalls in einer Presseerklärung kritisierte die Licher SPD die Volksbank scharf.

Die Entscheidung der Volksbank Mittelhessen, in ihrem Geschäftsbereich mehrere Filialen zu schließen, würden gerade ältere Menschen besonders zu spüren bekommen, erklärt der Bürgermeister. Online- oder Internet-Banking seien keine Medien, mit denen Senioren erfahren sind. Klein bemüht sich nach eigenen Worten um Schadensbegrenzung und hat mit den Verantwortlichen der Volksbank Mittelhessen einen Kompromiss ausgehandelt. Von dem Rückzug der Volksbank Mittelhessen aus Eberstadt und Lich habe Klein erst am vergangenen Donnerstag erfahren. Daraufhin seien sofort Gespräche mit den Verantwortlichen der Volksbank geführt worden. Die Beiräte wurden bereits im September über die geplanten Maßnahmen in Kenntnis gesetzt, so die Mitteilung. Fakt sei, dass weder die Beiräte noch der Bürgermeister auf die geschäftspolitische Entscheidung der Volksbank irgendeinen Einfluss hätten, noch eine Mitwirkung geltend machen können, macht Klein deutlich. Auch nach den intensiven Gesprächen mit Vertretern der Volksbank Mittelhessen wird es bei der Schließung der Filialen in Eberstadt und Langsdorf bleiben, so Klein. Als Kompromiss wurde nach dem Appell des Bürgermeisters an die Verantwortung der Bank, eine gewisse Grundversorgung der Senioren vereinbart: Die Volksbank wird zusätzlich ab 1. November 14-tätig mit dem Filialbus die Licher Stadtteile anfahren. "Dieser Kompromiss ist besser als ein vollständiger Rückzug der Volksbank aus der Fläche", so Klein. Verbale Angriffe gegenüber Vertretern der betroffenen Beiräte bittet der Bürgermeister zu unterlassen. Diese hätten die geschäftspolitische Entscheidung des Vorstandes der Volksbank auch nur zur Kenntnis bekommen.

Die Licher SPD erklärte hingegen in ihrer Pressemitteilung, man müsse sich die Frage stellen, was denn die örtlichen ­ von den Mitgliedern gewählten ­ Vertreter im Beirat der Bank für die Erhaltung der Filialen getan hätten. In der Ortsvereinsvorstandssitzung kritisierte die SPD scharf die vorgesehene Schließung der Filialen in Langsdorf und Eberstadt. Die Volksbank habe, genau wie die Sparkasse, einen öffentlichen Auftrag zur Versorgung der Bevölkerung auch in der Fläche, auch in kleineren Einheiten, teilt die Partei in ihrer Presseerklärung mit. Diesem Auftrag werde die Volksbank mit der Schließung nicht mehr gerecht. Offensichtlich sei Gewinnmaximierung wichtiger als die ordentliche Versorgung der Bevölkerung, heißt es. Pressereferent und Stadtrat Klaus-K. Schneider berichtete über die laufende Unterschriftenaktion in Eberstadt. Für Donnerstag sei um 16 Uhr vor der Volksbankfiliale eine Demonstration vorgesehen. Auch in Langsdorf liegen laut Brigitte Block Unterschriftenlisten aus. Gerade in Eberstadt bringe die Bevölkerung wenig Verständnis für die Filialschließungen auf, zumal die Volksbank gerade dort vor einigen Jahren viele älteren Kunden als neue Mitglieder gewinnen konnte, als die Sparkassenfiliale geschlossen wurde, so die SPD. Dass es sich dabei vor allem um ältere und nicht motorisierte Menschen handelt, scheine die Vertreter der Volksbank heute nicht mehr zu interessieren. Die älteren Kunden seien oft nicht mehr in der Lage, sich an den aufgestellten Automaten zu bedienen. Sie würden praktisch gezwungen, Angehörige oder auch fremde Personen mit ihren Bankgeschäften zu betrauen, oder beschwerliche Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Kauf zu nehmen, was zusätzliche Kosten verursacht, führen die Sozialdemokraten aus. Die Infrastruktur in den Stadtteilen würde weiter zerstört. Hier sei auch die Stadt gefragt, solchen Tendenzen entgegenzuwirken. Die Licher SPD fordert die Volksbank dazu auf, ihre Schließungspläne zu überdenken und ihre öffentliche Verpflichtung zu erfüllen. Allein das Versprechen, dass ein Bankbus zur Verfügung stehe, sei keine Lösung und könne die Mitglieder nicht zufriedenzustellen. Selbstkritisch merkt allerdings Bürgermeister Klein in seinen Ausführungen an: "Wenn wir im ländlichen Raum dem weiteren Verlust von Infrastruktur nicht engagiert entgegen treten, werden neben den Banken auch die noch vorhandenen Metzger, Bäcker und kleinen Handwerksbetriebe schließen". Er fordert in seiner Presseerklärung: "Wir würden alle gut daran tun, die Betriebe vor Ort durch unseren Einkauf und das Abfragen von Dienstleistungen zu unterstützen."


Kommentare (1)Add Comment
0
geschrieben von Peter Herold, Oktober 16, 2008
Angebot der Volksbank 14tägig Filialbus zu schicke
Ich bin ja nicht betroffen, wohne in Gießen und da ist das Bankenangebot ganz gut. Obwohl ich dieser Tage vor der Dresdner Bank stand und am Geldautomaten ein Schild hing sinngemäß mit dem Hinweis: "Bitte nutzen sie die Automaten der Gruppe(Deutsche Bank,Commerzbank und Postbank), Geschäftstelle wird renoviert. Da war ich dann doch froh in Gießen zu wohnen, denn die Commerzbank war nicht weit weg.

Da haben die Einwohner von Eberstdt und Langsdorf es nicht so gut. Die müssen bis nach Lich. Da finde ich das Angebot mit dem Filialbus alle 14 Tage dann doch erfreulich. Hoffentlich wird dieser Dienst von den Einwohnern auch angenommen.

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