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Stadt der jungen Forscher
Kreis Gießen - Gießen
Geschrieben von: Bernhard Wilhelm-Detzel LOS Gießen
am: Mittwoch, 30. Juni 2010 um 10:35 - Gelesen: 5269 mal

Stadt der jungen Forscher:

Baumartenvielfalt auf Windwurfflächen im Philosophenwald

Systematische Untersuchung von Liebig-Schülern, wie aus Sturmschäden Neues entsteht

Schülerinnen und Schüler aus Gießen und Umland forschten im Rahmen der "Stadt der jungen Forscher 2010" ganz nach wissenschaftlichen Grundsätzen. Schülerinnen und Schüler des LOS haben sich in einer wissenschaftsjournalistischen Schreibwerkstatt zusammen geschlossen und berichten darüber.

Wer die Natur liebt, zum Beispiel den Wald, ist bestürzt, wenn Wald zerstört wird. Das gilt auch, wenn natürliche Ereignisse solche starken Schäden herbei führen. Der Naturfreund sieht traurig die Verluste und weiß, es dauert Jahre und Jahrzehnte bis der Wald wieder in einstiger Pracht da steht. Schlimme Schäden gab es auch im Philosophenwald, als vor knapp zwei Jahren eine Windhose über Teile Gießens hinweg zog und auf ihrer Bahn vielerlei Verwüstungen anrichtete. Im oberen Teil des Philosophenwalds stürzten stellenweise viele schöne alte und große Bäume um, so dass hässliche Lücken entstanden.

Man kann über das, was der Forstmann sachlich nüchtern "Windwurf" nennt, Trauer, vielleicht auch Wut, empfinden. Man kann dann aber auch die Frage stellen, was geschieht eigentlich jetzt auf diesen kahlen Stellen genau? Wie geht die Natur selbst damit um, wie hilft sie sich? Nutzt sie vielleicht sogar neue Möglichkeiten, die sie vorher an dieser Stelle nicht hatte?

So machte sich eine neugierige und hoch motivierte Gruppe aus der "Stadt der jungen Forscher" unter Leitung des Biologielehrers Thomas Linnemann auf und zog in den Philosophenwald. Die Liebigschüler erfuhren ganz direkt, was Forschung oft auch bedeutet: Eine Menge praktischer Arbeit, die einem genauen Plan folgen muss. Dazu waren sie Wind und Wetter ausgesetzt und hatten manchen Kratzer oder Insektenstich auszuhalten. Aber gerade auch so kann Forschung Spaß machen, wenn man spürt, was man tut.

Zunächst wurden acht Quadrate mit Absperrband abgesteckt, immer mit einer Seitenlänge von genau zehn Metern. Das waren die Untersuchungsflächen. Einige wurden in die Gebiete platziert, die durch den Sturm frei gemacht worden waren. Durch das Forstamt waren die großen schweren Bäume, die umgestürzt waren, schon bald nach dem Sturm ausgeräumt worden. Einige der Untersuchungsflächen legte man in angrenzende Gebiete, die ohne Windwurf geblieben waren, so dass man Vergleiche ziehen konnte.

Leider mussten die Jungforscher auch die Erfahrung machen, dass die Absteckungen der Untersuchungsflächen wiederholt in Akten von Vandalismus zerstört wurden. Mit Hilfe von GPS war es aber immerhin möglich, diese Flächenabgrenzungen mit den exakten Positionen wieder herzustellen.

Dann waren endlich die Pflanzen zu bestimmen und zu zählen und alles genau zu dokumentieren. Dazu wurden die abgegrenzten Quadrate noch einmal unterteilt, und die Schüler gingen ganz langsam und systematisch Quadratmeter für Quadratmeter ab. So konnten sie feststellen, welche Pflanzenarten in wie vielen Exemplaren wo genau zu finden waren. Das wurde exakt dokumentiert und kartiert. Auf diese Weise haben die zweifellos fleißigen Forscher 800 Quadratmeter in genauester Kleinarbeit untersucht. Damit konnten sie feststellen, dass auf den durch den Windwurf geprägten Flächen mit stärkerem Lichteinfall sich eine sehr viel artenreichere Pflanzengesellschaft fand, als auf den in der Nähe liegenden Vergleichsflächen. Langfristig wird sich auch hier wieder Wald durchsetzen, aber möglicherweise werden Bäume dabei sein, die sich bisher im Philosophenwald kaum fanden.

Um festzustellen, was genau künftig dort sich entwickelt, wird dieses Projekt weiter geführt. Thomas Linnemann meint dazu, hier sollten Schüler und Lehrer noch 20 Jahre lang weiter machen. So war die "Stadt der jungen Forscher" auch Auslöser für eine langfristige Untersuchung durch Schüler, die viele weitere aufschlussreiche wissenschaftliche Erkenntnisse erwarten lässt. Und noch lange können Schüler die Mühen und die Freuden praktischer Forschertätigkeit erfahren.

Thomas Linnemann weist zum Schluss mit Nachdruck auf ein Ergebnis hin, das jetzt schon wirksam ist: Die beteiligten Schüler gehen inzwischen mit ganz anderen Augen und einem ganz neuen Bewusstsein durch die Natur, aufmerksam für das, was da wächst!


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