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Darwintag 12. Februar 2010
Main-Kinzig-Kreis - Bad Orb
Geschrieben von: Achim Stößer
am: Freitag, 05. Februar 2010 um 23:44 - Gelesen: 8293 mal
Am 12. Februar ist Darwin-Tag (anläßlich des Geburtstags des Begründers der Evolutionstheorie, Charles Darwin).

Wie in jedem Jahr ruft antitheismus.de daher dazu auf, gerade zu dieser Gelegenheit vermehrt Darwin-Fische zu verbreiten. Darwin-Fische sind eine Reaktion auf die nahezu allgegenwärtige christliche Bildpropaganda, die neben Splatterskulpturen ("Kruzifixen") überwiegend als Ichtys-Symbol, als stilisierter Fisch (oft mit der Inschrift "Jesus") vor allem als Autoaufkleber zu finden ist. Der Darwin-Fisch dagegen ist evolviert, weiterentwickelt: er verfügt in den meisten Varianten über Beine oder über eine Denkblase, die dem Glauben diametral gegenüberstehende Denkfähigkeit repräsentiert.

Immer mehr Menschen, denen nicht jegliche Bildung verwehrt wurde, ist klar: wir sind keineswegs durch einen Schöpfungsakt eines Demiurgen, eines mit magischen Kräften ausgestatteten (jedoch offenbar selbst oft keines Schöpfers bedürfenden) Handwerkers wie Jahwe, Allah, Brahman, Rangi und Papan, Ahura Mazda oder auch des Osterhasen oder des fliegenden Spaghettimonsters entstanden (schon deshalb, weil diese alle gleichermaßen ihrerseites Geschöpfe menschlicher Phantasie sind), sondern haben uns durch Evolution entwickelt.

Das Bewußtsein dafür, dass Menschen und Affen gemeinsame Vorfahren haben (populär fälschlich als "der Mensch stammt vom Affen ab" verkürzt), wächst: laut einer demoskopischen Umfrage vertraten 2009 fast zwei Drittel (63%) aller Deutschen diese Ansicht, was einen kontinuierlichen Anstieg der Vernunft seit 1970 (38%) bedeutet. Beängstigenderweise bestritt auch im 21. Jahrhundert jedoch immer noch jeder fünfte Deutsche eine Verwandtschaft zwischen Menschen und Affen, jeder dritte Katholik (32%) und jeder fünfte Protestant (21%) vertraten die kreationistische Auffassung: "Der Mensch wurde von Gott geschaffen, wie es in der Bibel steht." und ordnete sich somit geistig dem finsteren Mittelalter zu (das das Attribut "finster" immerhin der damals noch viel stärkeren Hegomie der Kirche verdankt).
Quelle der Zahlen: MIZ 2/09
Darüberhinaus leugnen noch fast alle Speziesisten, was mittlerweile in jedem seriösen Werk der Biologie zum Thema nachzulesen ist: Menschen sind Affen, Menschenaffen wie Bonobos, Schimpansen, Gorillas und Orang Utans; Menschen und andere Affen haben gemeinsame Vorfahren.

Ist das ein Wunder, in einer Gesellschaft, in der die Bundesministerin für "Forschung und Bildung[sic!]", Annette Schavan (CDU) zugleich Honorarprofessorin für Katholische Theologie[sic!] an der Freien[sic!] Universität Berlin ist, Vizepräsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken etc. war? Einer Gesellschaft, in der einer der mächtigsten Männer der Welt, Führer der katholischen Christenheit, der amtierende Papst Joseph Ratzinger alias Benedikt XVI. im vergangenen Jahr beklagte, dass "im öffentlichen Leben sich das Vertrauen in den wissenschaftlichen und den wirtschaftlichen Fortschritt behauptet" habe und der 1990 den Inquisitionsprozess gegen Galileo Galilei als "gerecht" und "vernünftig" bezeichnete? Einen Prozess, weil dieser das kopernikanische Weltbild vertrat, nach dem die Erde sich - kaum zu glauben für geo- und anthropozentrische Theisten - um die Sonne dreht, was natürlich dem biblisch festgehaltenen Glaubenssystem von einer unbeweglichen Erde widerspricht (vgl. 1 Chr 16:30 (VUL), "terra ipse enim fundavit orbem inmobilem", auch wenn neuere "Übersetzungen" das zu vertuschen versuchen), einer Weltsicht, die Jahrtausende zuvor zusammen mit den Grundlagen des christlichen Gottesbildes ungebildete Wüstennomanden halluziniert hatten.

Es gilt also, Zeichen zu setzen gegen diese Hindernisse auf dem Weg in eine von (wirklicher) Wissenschaft und Vernunft geprägten Gesellschaft, Zeichen, die auch in diesem Jahr wieder auf antitheismus.de dokumentiert werden sollen: eben beispielsweise Darwin-Fische.

Kommentare (1)Add Comment
Rolf Kunert
geschrieben von Rolf Kunert, Februar 06, 2010
Macht Atheismus glücklicher ?
Lieber Herr Stößer,

Ihr verbitterter Feldzug gegen den Glauben wirft in mir die Frage auf, ob Sie glücklicher damit sind daran zu glauben, was Darwin, der Begründer der Evolutionstheorie (kein Beweis,es ist eine Theorie) richtig liegt? Sie glauben daran, dass die Schöpfung physikalisch, biologisch, auf alle Fälle logisch und nicht auf Willen eines Dritten sich automatisch ergeben hat. Was hilft Ihnen diese Erkenntnis ?
Ich wundere mich immer, dass die Gegner von Glaubensrichtungen jedweder Art fast militant daran Glauben, dass alles logisch oder durch Zufall sich ergibt. Das ist auch ein Glauben. Eben nicht an das, was andere Glauben, sondern an den rationalen Automatismus. Es sind beide Ideologien nicht beweisbar, das macht es so spannend, deswegen nennt man das ja auch GLAUBEN (nicht Wissen).
Die Frage ist bis heute nicht beantwortet, wo der erste Einzeller herkam auf der Erde. Aus sich selbst ist er sicher nicht enstanden. Vielleicht aus einem Erdklumpen ? Von einem anderen Planeten, von Gott, durch einen interplanetarer Erguß von Organischem Material ? Bloß wo kam das her ? Ist da doch ein Jemand/Etwas ?
Betrachten Sie doch einfach mal Adam und Eva, sie können Sie auch Romeo und Julia oder Anni und Werner nennen, das ist egal. Auch die Übermittlung via Bibel ist anzuzweifeln, ich weiß. Vielleicht waren da mal zwei Menschen, die beiden ersten Menschen, die durch den "Sündenfall" oder was auch immer an Situation lernten sich von den wie Affen lebenden Wesen unterschieden, weil sie auf welche Art auch immer den Unterschied von GUT und BÖSE erkannt haben und damit sich selbst zu Hinterfragen gelernt haben und ein moralisches Gesetz erkannten. Warum ist das passiert? Aus sich selbst heraus ? Fragt der Orang Utan ob er gerade Gut oder schlecht handelt, wenn er sich das Weib nimmt was ihm passt und den Wiedersacher erschlägt oder verjagt ? irgendwie unterscheiden wir uns. Warum ? Warum wir und nicht die Elefanten, Delfine oder Regenwürmer ?
Wollen Sie die Menschheit auf das Niveau zurückgeführt sehen, oder ist es vielleicht gar nicht so schlecht den Unterschied zu erkennen, warum ich meinen Müll nach dem Essen beim Schnellrestaurant nicht auf die Straße schmeiße wie viele Affen, sondern es in den Mülleimer werfe ? Ich sehe da einen kleinen qualitativen Unterschied, und wenn die Kirchen welcher Art auch immer die Menschen glücklicher, zufriedener, gehorsamer und ordentlicher machen im Sinne von einem erzieherischen Ordnungsrahmen, in dem jeder weiß wie er sich bewegen muss, darf, kann, dann halte ich das grundsätzlich für nicht schlecht. Meine Kinder können auch nicht machen was sie wollen, die antiautoritäre, atheistische Erziehung von oftmals Drogenbeseelten 68ern hat sich letztlich als schlecht herausgestellt, weil es keine Ordnung mehr gab. Darunter leiden Generationen noch heute. Ordnungen gibt es in Schule, Beruf, Politik, Gesellschaft und Kirchen, das ist im Großen und Ganzen gut so.
Klar ist die Erde keine Scheibe und manche Kirchen haben das dumme Volk jahrhunderte veräppelt um der Macht über die Menschen willen, aber das gibt und gab es immer und überall auch außerhalb der Kirchen und das wird es immer geben, solange die Menschen unvollkommen sind und genetische noch mit ihren Vorfahren verwandt.
Ich bezeichne mich selbst als ein Verfechter des Glaubens an das "Gute" im Menschen aber auch in der Natur, in der Umwelt usw.. Wobei das Wort "Gut" sicher für jeden Menschen ein individuell zu definierender Begriff ist, der sich an seinen eigenen moralischen Werten misst, die wir durch Erziehung, Vorleben, Bildung und Sozialisierung mitbekommen haben.
Und ob das "Gute im Menschen" von Gott, Jahwe, Buddha oder Allah getrieben wird, das ist mir letztlich zweierlei, entscheidend ist, dass wir Menschen gut miteinander umgehen und uns nicht wie vor Adam und Eva die Köppe einhauen, um des Nächsten sein Weib uns zu bemächtigen.
Denn das wollte Darwin mit seiner Theorie sicher nicht bewirken. Darwinologie und Theologie können im Einklang gesehen werden, wenn man das will, aber es ist schöner auf den Andersdenkenden einzudreschen, das entspricht mehr unserer Natur der Affen von denen wir ja abstammen oder auch nicht. Und Meinungsverschiedenheiten bzw. Glaubensunterschiede waren immer der Grund für Kriege an denen man bis heute noch so schön viel verdienen kann unter dem Deckmantel der Nächstenliebe oder Missionierung. Wenn wir das Verbindende suchen, dann werden wir die Kriege beenden können. Wenn wir Meinungsverschiedenheiten akzeptieren und manchmal einfach nur stehen lassen, dann ist das viel schöner und zielführender, ob mit oder ohne Glaubenshintergrund. Und das finde ich GUT.

Ein GUTES Wochenende wünscht Rolf Kunert, Gelnhausen

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