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Pferde als Therapeuten für Menschen mit Behinderung – Vereine machen Zeitung
Kreis Gießen - Gießen
Geschrieben von: Astrid Knoess
am: Dienstag, 19. August 2008 um 10:51 - Gelesen: 11192 mal
Bestmögliche Harmonisierung von Körper, Geist und Seele dank Arino, Gismo und Paulchen – Hippotherapie in der Hardtallee – Verein besteht seit 15 Jahren GIESSEN. Der Verein für therapeutisches Reiten besteht seit nunmehr 15 Jahren. Ein Jubiläum für einen kleinen Verein, der eher in der Stille arbeitet. Bettina Krüger-Blahowetz, Physiotherapeutin, Bobaththerapeutin und Hippotherapeutin (Hippo=Pferd), selbst leidenschaftliche Reiterin und mit Pferden sehr vertraut, hat schon vor vielen Jahren den Nutzen, den das Reiten für Menschen mit Behinderungen hat, erkannt. Nach zahlreichen Fort- und Weiterbildungen, sowie vielen bürokratischen Hürden war sie Initiatorin und Gründerin des Vereins zusammen mit ihrem Vater, Dr. med. Krüger, praktischer Arzt in Gießen, der ehemals auch aktiver Reiter war. Krankengymnastik der besonderen Art: In der Reithalle an der Hardtallee finden die Therapiestunden statt.Auch Kinder mit cerebralen Bewegungsstörungen profitieren von der Therapie.Bilder: privat Seine Idee war die Integration von behinderten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Nichtbehinderten. Bettina Krüger begann die Therapie mit einem Patienten und Pferd in der Fußmühle in Großen-Buseck und wechselte bald nach Gießen in die Reitanlage des Reit- und Fahrvereins in die Hardtallee, wo heute 24 Patienten in der Woche therapiert werden. Ihr zur Seite steht ein qualifiziertes Team und natürlich die Therapie-Pferde Paulchen, Arino, Gismo und Lance. Diese haben einen besonderen Charakter und sind speziell ausgebildet. Sie haben gelernt, die Belastung durch bewegungseingeschränkte Menschen zu erdulden und damit umzugehen. Das Pferd muss Behinderung und auch Angst des Patienten überwinden und auflösen. Hippotherapie – was ist das und warum Therapie auf dem Pferd? Hippotherapie ist eine qualifizierte krankengymnastische Behandlungsmethode auf neurophysiologischer Grundlage mit und auf dem Pferd. Es entsteht ein Bewegungsdialog zwischen Mensch und Tier, wobei das Pferd als Medium genutzt wird. Jeder Einsatz des Pferdes im therapeutischen Reiten erzielt seine grundlegende Wirkung durch die gemeinsame Bewegung, das heißt das Erfühlen des Bewegungsdialogs im Rhythmus der Bewegungen. Die Impulse werden auf das Becken des Menschen übertragen. Die therapeutisch wirksamen Elemente sind die dreidimensionalen rhythmischen Schwingungen, die in der Gangart Schritt vom Pferderücken ausgehen und auf den Patienten einwirken. Sie ermöglichen eine gezielte Regulierung des Muskeltonus sowie Training der Haltung, des Gleichgewichts und der Stützreaktionen. Die Hippotherapie nutzt die Beschleunigungs-und Zentrifugalkräfte, wie sie aus dem Vor- und Seitwärtsgang des Pferdes entstehen, zur Förderung der sensomotorischen Entwicklung und der Koordination. Die Physiotherapeutin muss die Bewegungselemente des Pferdes am eigenen Leib erspürt und erfahren haben, um die Impulse des Patienten und des Pferdes aufeinander abzustimmen. Die gleichlaufenden Einwirkungsmöglichkeiten im senso- und psychomotorischen Bereich müssen ihr aber ebenso vertraut sein, um die bestmögliche Harmonisierung von Körper, Geist und Seele des Patienten zu entwickeln, als Voraussetzung für große Motivation und Freude am Therapiegeschehen. Das Pferd seinerseits sucht von sich aus die Bewegungsübereinstimmung mit dem Patienten oder Reiter, versucht ihn einzuschwingen, auszubalancieren und hinzusetzen. Die Hippotherapie eignet sich für teilweise gelähmte Menschen. Menschen mit Gliedmaßenschäden und folgender Verkrümmung des Stützapparates stabilisieren ihre Muskulatur, lernen korrigierende Haltungen und verbessern so auch Gelenkfehlstellungen. Nach Schlaganfällen oder Unfällen mit Schädelhirntrauma hat sich die Therapie ebenfalls als hilfreich erwiesen, auch Kinder mit cerebralen Bewegungsstörungen nach frühkindlicher Hirnschädigung profitieren von der Therapie. Bei Multipler Sklerose wird der Spannungsgrad in der Muskulatur reguliert. Auch psychisch bewirkt die Therapie über das Pferd sehr viel, wie bei Menschen, für die der Körperkontakt schwierig ist. Die weichen Nüstern und das warme Fell tun der Seele gut. Hinzu kommt die Erfahrung, so angenommen zu werden wie man ist – eine Wohltat für Menschen mit Behinderung. Auf die Frage, was das Pferd für ihn bedeutet, antwortet ein Patient spontan: „Etwas Besseres hätte mir nicht passieren können.“ Viele Jahre guter Physiotherapie hätten ihm nicht so viele Fortschritte gebracht wie die Hippotherapie, berichtet der Rollstuhlfahrer, der ein- bis zweimal in der Woche in die Hardtallee des Reit- und Fahrvereins nach Gießen kommt, um therapiert zu werden. „Meine Tochter ist viel selbstbewusster geworden, sie traut sich viel mehr zu und sitzt stabiler, seit sie reiten geht“, sagt die Mutter eines körperbehinderten, kleinen Mädchens. Ein junger Mann mit Asperger-Syndrom, einer Form von Autismus, sagt: „ich bin viel ruhiger und ausgeglichener geworden.“ Eine Patientin, die an MS erkrankt ist, erklärt: „Meine Bewegungsabläufe sind harmonischer geworden, der Tonus in der Muskulatur hat sich verbessert.“ Wer nach 20 Minuten Hippotherapie auf dem Pferderücken wieder auf die Erde zurückkommt, hatte ein anstrengendes aber auch angenehmes Erlebnis, denn Physis und Psyche wurden gleichermaßen beansprucht. Um über viele Jahre eine so anspruchsvolle Arbeit zu erfüllen, um gesund und stabil zu bleiben, wird mit den Pferden außerhalb der Therapiezeiten vielseitig und abwechslungsreich gearbeitet: Dressur, Springen, viel Auslauf im Gelände und Weidegang. Wie viele andere klagt auch der Verein für Therapeutisches Reiten über schwindende Aktivenzahlen und zu wenige Mitglieder. Um dem entgegen zu wirken, Menschen zu interessieren und aufmerksam zu machen, findet jährlich ein schönes Sommerfest oder auch ein Benefizkonzert statt. Der Verein für Therapeutisches Reiten organisiert und unterstützt die Hippotherapie in Gießen, das Heilpädagogische Reiten in Linden-Leihgestern, das, geleitet von der Ärztin Christina Hänel, mit traumatisierten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen arbeitet, sowie Reiten und Voltigieren und das Reiten als Sport für Behinderte. Insbesondere hilft er bei der Bereitstellung der notwenigen Mittel für Einrichtungen, unterstützt Therapeuten und Helfer und fördert die Bereitstellung geeigneter Pferde und Materialien. Wer sich für die Hippotherapie interessiert, kann sich bei Bettina Krüger-Blahowetz unter der Telefonnummer 0641/ 78889 melden oder selbst einen Besuch zu den Therapiezeiten in der Hardtalee des Reit- und Fahrvereins in Gießen machen. Wir freuen uns auf Sie. Leila Noeske
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