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Hoffnung und Angst bei Karstadt-Mitarbeitern
Kreis Gießen - Gießen
Geschrieben von: Anzeigerlokal
am: Dienstag, 09. Juni 2009 um 17:45 - Gelesen: 4452 mal
Ob Gießen oder Dortmund: Die Schaufenster der Karstadt-Filialen sind mit braunem Packpapier verklebt, auf Schildern steht: „Ohne Karstadt stirbt die Stadt“ und „wir kämpfen weiter“.

Doch innen hat sich an diesem Dienstagmittag die Nachricht vom Insolvenzantrag bereits herumgesprochen, die Stimmung ist gedrückt.

In den Augen der Mitarbeiter in Dortmund steht Betroffenheit, als sie auf die bevorstehende Insolvenz angesprochen werden. „Wir haben heute morgen davon erfahren“, sagt eine Verkäuferin mit brüchiger Stimme. Dann legt sie die Hand auf ihre Brust, schüttelt den Kopf. „Bitte, ich möchte dazu wirklich nichts sagen.“ Die Reaktionen ihrer Kollegen sind ähnlich. Ein kurzer Blick, Sorge in den Augen, dann die scheue Antwort: „Ich möchte mich lieber nicht dazu äußern.“

Eine Kollegin sagt leise, während sie ein Hemd sorgsam zusammenfaltet: „Ein bisschen Hoffnung ist noch da. Irgendeine Lösung gibt es doch immer, oder?“

Die meisten Kunden haben noch nichts von der Hiobsbotschaft mitbekommen. Sie tragen unbekümmert ihre Einkäufe nach Hause. „Seit 50 Jahren habe ich bei Karstadt eingekauft“, sagt eine ältere Dame. „Hier gibt es einfach alles, Haushaltswaren, Textilien.“ „In Deutschland geht ein Stück Einkaufskultur verloren“, ergänzt ein anderer Kunde. „Ich beobachte mit Schrecken, was derzeit in der Wirtschaft passiert.“ Ein anderer pflichtet bei: „Ich kann einfach nicht begreifen, warum die Eigentümer und Banken nicht investieren. Man muss auch mal etwas geben. Schließlich geht es hier um Schicksale.“

Etwa zur gleichen Zeit treibt die Nachricht von der Insolvenz den Angestellten in der Arcandor-Zentrale in Essen die Tränen in die Augen. „Das ist durchgegangen wie eine Explosion“, sagt die Betriebsrätin Gabriele Schuster. „Die Stimmung ist grausam, die Mitarbeiter weinen.“ Konsternierte Mitarbeiter stehen mit leerem Gesicht in der Eingangshalle des Unternehmens. Eine Frau reibt sich die Augen. Eine ihrer Kolleginnen zerknüllt ihr Taschentuch. Draußen vor den Glasscheiben der Eingangshalle stehen die Fotografen mit langen Teleobjektiven. Die Kameras klicken im rasenden Tempo und halten die Emotionen fest.

Punkt 13.15 Uhr gehen in Dortmund die meisten Beschäftigten wieder an ihre Schreibtische, die Eingangshalle leert sich. Doch an diesem Nachmittag wird wohl kaum einer noch Routinearbeit erledigen.

Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick hat den Insolvenzantrag des Unternehmens unterdessen als „Chance“ bezeichnet. „Wir stecken auch jetzt den Kopf nicht in den Sand“, sagte er in Essen. Das Unternehmen werde sein Umstrukturierungs- und Sanierungskonzept nun unter Zuhilfenahme des Insolvenzrechts weiter vorantreiben, kündigte der Konzernchef an.
Dabei werde ein Antrag auf eine sogenannte Planinsolvenz in Eigenverantwortung unter der Regie des Düsseldorfer Insolvenzexperten Horst Piepenburg als Generalbevollmächtigten gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter hatte das Essener Amtsgericht zuvor den Kölner Rechtsanwalt Klaus Hubert Görg ernannt. Eick zeigte sich überzeugt, dass die Umsetzung des Restrukturierungsplans nun unter Zuhilfenahme des Insolvenzrechts sogar beschleunigt werden könne.

Kommentare (1)Add Comment
Peter Herold
geschrieben von Peter Herold, Juni 11, 2009
Eigentum verpflichtet
Eine Bankroterklärung der beiden Eigentümer. Auch der Staat muss sich gefallen lassen, dass wohl den Banken, em Kapital also geholfen wurde, die Mitarbeitzer aber anscheinend nichts zählen. Auch das Thema Opel ist kein Ruhmesblatt für die Regierung. Es ist ja noch nichts so richtig fest in der Angelegenheit, man spricht von über 11.000 Entlassungen in Europa und die Übernehmenden sind bisher mit Geld auch noch nicht so richtig dabei.

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Aktualisiert ( Dienstag, 09. Juni 2009 um 21:43 )
 
 
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