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Polizei warnt vor interessanten Nebenjobs
Kreis Gießen - Gießen
Geschrieben von: Anzeigerlokal
am: Freitag, 08. Mai 2009 um 16:25 - Gelesen: 5049 mal

"Guten Tag! Ich bin Manager einer moldauischen Firma, die sich mit dem Handel von Elektronikwaren beschäftigt. Im Zusammenhang mit einigen Umständen brauchen wir Mitarbeiter, die bereit sind, unsere Sendungen und Waren in Deutschland abzufertigen." So oder so ähnlich gehen in den letzten Wochen Emails auch in Mittelhessen ein. Die Anforderungen für den Nebenjob sind gering, zunächst ohne Kosten und leicht zu erfüllen und die Bezahlung nicht uninteressant, sodass gar mancher auf die kriminellen Machenschaften international tätiger Ganoven hereinfällt. Betrug mit "Paket- oder Warenagenten" nennt es die Polizei und warnt vor dieser relativ neuen Masche.

Quer durch Deutschland ziehen sich die polizeilichen Ermittlungen, auch in Mittelhessen. Auf die Anzeige eines im Internet tätigen Versandhandels aus dem Wetteraukreis, ermittelte die Kripo gegen eine 42-jährige Frau aus Berlin. Nach der Internetbestellung hatte das Wetterauer Unternehmen Waren im Wert von knapp 2.000 Euro an ihre Lieferadresse gesandt. Bei der Bezahlung stellte sich allerdings heraus, dass die Kreditkartendaten betrügerisch erlangt worden waren.

Als die Polizei bei ihr vorsprach, fiel die 42-Jährige "aus allen Wolken". Sie bestätigte den Ermittlern, in den letzten Wochen mehrere Pakete angenommen zu haben. Es habe damit begonnen, dass sie im Internet eine Jobanzeige aufgegeben hatte, um sich etwas dazuzuverdienen. Kurze Zeit später sei sie per Email von einer Frau kontaktiert worden. Diese machte ihr ein Jobangebot. Sie sollte Pakete entgegennehmen, diese umetikettieren und über einen beauftragten Paketversand weiter verschicken. Dafür würde sie zunächst pro Lieferung 25 Euro und später sogar 1.400 Euro im Monat erhalten. Es sei nur ein Nebenjob und dieser werde nicht mehr als 17 Wochenstunden in Anspruch nehmen.

Die 42-Jährige war interessiert und sie erhielt sogar einen Arbeitsvertrag. Alles wirkte seriös - obwohl alle Kontakte, selbst der angeblich Arbeitsvertrag ausschließlich über Email abgewickelt wurden, ohne Telefon-Nummern und auch ohne Adresse. Dann erhielt sie die erste Lieferung, die man ihr ein, zwei Tage vorher -auch per Email- angekündigt hatte. Auch die Adress-Etiketten zum Umetikettieren hatte sie per Email erhalten, packte um, klebte auf und gab sie an den ebenfalls schon informierten Paketdienst weiter. Die meist elektronischen Teile, wie Notebooks, Kameras und anderes, gingen nun nach England, Frankreich, Ukraine und andere Länder. Alles prima! - bis die Polizei eintraf.

Etwa 20 Lieferungen hatte sie schon versandt. Vier konnten die Ermittler noch bei ihr sicherstellen, bevor sie am nächsten Tag vom Paketdienst abgeholt worden wären. Auch an die Lautsprecher der Wetterauer Firma konnte sich die Frau noch erinnern. Diese waren jedoch zwischenzeitlich schon im Ausland. Die Lautsprecherboxen im Wert von rund 1.500 Euro waren per Internet bei dem Wetterauer Händler bestellt worden und von dort an die Berliner Adresse gegangen. Doch die Kreditkartendaten, mit denen noch weitere Umsätze getätigt worden waren, waren betrügerisch abgephisht worden, wie es die Ermittler nennen. Laut Polizei werden jährlich im Internet tausende von Kreditkartendaten ausgespäht und anschließend betrügerisch verwandt. Immer wieder wird vor Phishing, Spam oder Trojanern gewarnt.

In einem anderen Fall der mittelhessischen Kriminalisten wurden mit solch ausgespähten Kreditkartendaten per Internet bei einem Händler Waren zu einem unbewohnten Haus ins Allgäu bestellt. Eine weitere Variante der Gauner, um das Internet für ihre kriminellen Machenschaften zu nutzen. Die Ermittlungen ergaben, dass die in der Bestellung benannte Person nicht existent ist und es sich bei der Lieferadresse um ein leerstehendes, unbewohntes Gebäude handelt. An den Briefkästen bringen diese Ganoven in einigen dieser Fälle ein entsprechend falsches Namensschild an, um die Post- und Paketzusteller zu täuschen.

Dies geht auch soweit, dass zu diesem Zweck Ferienwohnungen und andere Räume kurzfristig angemietet werden. In einem Elektrofachmarkt in Nordrhein-Westfalen erregte eine Bestellung nach Bad Nauheim Verdacht. Dorthin war per Internet ein Notebook bestellt worden. Die Auslieferung konnte noch verhindert werden. Bei ihren umfangreichen Ermittlungen in Bad Nauheim nach einer unbekannten Person mit Falschdaten, stießen die Beamten auf eine Ferienwohnung. Die Vermieter bestätigten, dass sie kurzzeitig die Ferienwohnung vermietet hatten, an einen Mann, der für eine Angehörige eine Wohnung gesucht habe.

Der benannte Name der Angehörigen stimmte mit dem angegebenen Liefernamen überein. Laut Vermieter hatte der Mann für die Wohnung nach Absprache im Voraus gezahlt. Weitere Dinge, wie Melderecht, Kurtaxe etc. waren dabei unberücksichtigt geblieben, "um die Feriengäste nicht unnötig zu belästigen". Die Vermieter bestätigten auch, dass für die Mietzeit das Klingelschild mit dem Namen der Mieter versehen wurde und auch mehrmals täglich für diese große Pakete angeliefert worden seien. Dabei sei sogar aufgefallen, dass sich mehrere Personen in der Wohnung aufhielten und diese unentwegt per Internet-Handy Bestellungen aufgaben. Verdacht schöpfte man nicht, denn "es konnte ja sein, dass die Mieterin ihren Hausrat bestellte und anliefern ließ".

Als die Mieterin, vermutlich eine Kasachin, nach zwei Wochen die Wohnung verließ, ging sie, wie sie gekommen war - anonym. Und auch die Wohnung war ordentlich aufgeräumt. Die Höhe des Schadens schätzt die Polizei auch hier auf mehrere tausend Euro. Die Kriminalisten versuchen auch in diesem Fall die unterschiedlichen Bestellungen und Schäden zusammenzuführen. Die Ermittlungen dazu dauern an.

Die Polizei in Mittelhessen warnt ausdrücklich davor, sich auf solche dubiosen "Arbeitsangebotsanzeigen mit gutem Nebeneinkommen" einzulassen. Meist stecken hochkriminelle organisierte osteuropäische Banden dahinter, die die so geworbenen "Paket- oder Warenagenten" lediglich als Teil ihres kriminellen Plans ansehen und ausnutzen. Auch die "Paket- oder Warenagenten" können hierbei mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt kommen. Bei ihnen kann zumindest ein Anfangsverdacht bestehen, Beihilfe zu einer Betrugsstraftat geleistet zu haben. Das bedeutet, dass sie sich strafrechtlicher Verfolgung mit allen Konsequenzen aussetzen. Deshalb: Antworten Sie nicht auf E-Mails, die in der oben angegebenen Form an Sie versandt werden. Lassen Sie sich nicht durch dubiose Jobangebote als "Warenagent" anwerben


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