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Wer ist Kolping - Was ist Kolping - Was ist eine Kolpingfamilie
Kreis Gießen - Pohlheim
Geschrieben von: Erwin Müller Kolpingfamilie Pohlheim
am: Mittwoch, 29. April 2009 um 15:12 - Gelesen: 14281 mal
Wer ist Kolping - was ist Kolping – was ist eine Kolpingfamilie


so oder so ähnlich lauten die Fragen von vielen Menschen, die mit Kolping noch nicht in Berührung kamen.
Für Kolping steht auch ein Zeichen und dieses Zeichen finden sie weltweit.


Sobald Sie dieses Zeichen sehen, wissen Sie diese Person ist ein Kolpingmitglied.

Deshalb werden wir in unregelmäßigen Abständen hier über Kolping aber auch über uns, die Kolpingfamilie Pohlheim, berichten.

Teil 1

Seit 2005 gibt es die Kolpingfamilie in Pohlheim und mit ihr einen Treffpunkt für Familien und Freunde innerhalb der jungen Pfarrgemeinde St. Martin, in deren Zentrum wir einen Raum für unsere Treffen zur Verfügung gestellt bekamen. Wir haben uns damals für KOLPING entscheiden, weil dieser Sozialverband uns die besten Möglichkeiten für die Entfaltung unserer Interessen und Ziele bietet. Lebensernst und Lebensfreude –beides schlägt sich in unserm Programm nieder. Neben Bildungsangeboten gibt es natürlich auch gesellige und heitere Veranstaltungen. Gerade in den Sommermonaten haben diese Vorrang.
Alle Menschen, die Lust haben an unseren Treffen teilzunehmen, sind herzlich willkommen.
Aber nun zu Kolping selbst. Wer sich für ihn interessiert, der muss sich für die Zeit in der er lebte und das ist ja noch nicht so lange her, interessieren.
Geboren: 08.12.1813, gestorben am 04.12.1865).
Seine Ideen sind heute genauso aktuell wie zu seiner Zeit.

Lebenslauf: Adolph Kolping

Geboren: 08.12.1813
Familie: Peter und Anna Maria Kolping, Peter war Schäfer und Kleinlandwirt, selbstbewusst und couragiert aber Analphabet. Er hatte 4 Geschwister.
Er durfte ohne Unterbrechung die Schule besuchen, was damals nicht üblich war. Mit dem 12. Geburtstag endete die Schulzeit. Eine höhere Schule konnte er nicht besuchen, da die Eltern das Schulgeld nicht bezahlen konnten.
1826 -1829 machte er eine 3jährige Schuhmacherlehre in Kerpen.
1829-1837 war er als wandernder Geselle unterwegs bei den Schuhmachermeistern in der Umgebung von Kerpen und arbeitete in den Kölner Werkstätten. Er entschloss sich – da sein Wunsch nach Bildung sehr groß war – neben seiner Arbeit nun doch noch mit 24 Jahren das Gymnasium zu besuchen und so saß er neben 12 und 13-jährigen nochmals in der Schulbank. Er wurde 1837 gleich in die Tertia aufgenommen und erhielt am 03.04.1841 das „Reife-Zeugnis“.
1841 – 1842 studierte er Theologie und Philosophie an der Universität in München.
1844 – 1845 war er im Priesterseminar in Köln 1 Jahr zur praktischen Ausbildung.
Im April 1845 wurde er in der Kölner Minoritenkirche zum Priester geweiht.
Und anschließend als Kaplan und Religionslehrer in Wuppertal-Elberfeld eingesetzt. Damit war sein Schicksal entschieden.

Er traf wieder auf die schreckliche soziale Situation wie während seiner Gesellenzeit in Köln.
Die beginnende industrielle Revolution zeigte damals in Elberfeld ihr schreckliches Gesicht. In kaum einer anderen deutschen Stadt trafen technische Höchstleistung in den Fabriken und das Elend in den Arbeiterwohnungen so brutal aufeinander, wie dort.

Leittragende waren die Handwerker, denn eine Maschine ersetzte zahlreiche Arbeitskräfte. Immer mehr arbeitslos gewordene Handwerker und auch Landwirte strömten vom Land in die großen Städte, wo 1848 fast die Hälfte der Bevölkerung unter dem Existenzminimum lebte.
In den Kohlebergwerken haben 5-jährige Kinder die schwer beladenen Loren durch die engen Stollen geschoben. Es gab 12-jährige Invaliden mit verkrümmten Rückgrat und kranker Lunge. Für die 9 – 14-jährigen wurde die Arbeitszeit auf 10 Std. täglich begrenzt. Nicht aus Mitleid, sondern weil das Militär mit den körperlichen Wracks nichts mehr anfangen konnte.
Immer mehr und immer hektischer wurde produziert. Mehr als verbraucht wurde. Gab es Absatzschwierigkeiten oder Auftragsflauten, so halbierte der Fabrikherr oft genug den Lohn und war der Ansicht, dass die Arbeiter froh sein sollten, dass er ihnen in solchen unsicheren Zeiten überhaupt Arbeit gebe.
KOLPING schreibt als frischgebackener Kaplan in einem Brief an seinen früheren Lehrer über seinen Einsatzort Elberfeld:
"40 000 Menschen hat Elberfeld, In vielen Häusern ist Not. Fehlen Brot und Milch für die Kinder und die Medikamente für die kaputtgeschufteten Frühinvaliden. Verzweifelte Familienväter suchen Trost in den zahllosen Branntweinschenken.
Weiter schreibt er: Das üble Prellereien bei den Elberfelder Unternehmern gang und gäbe waren."


Ein Arbeiter verdiente 1849 wenn er großes Glück hatte, 3 Taler wöchentlich.
Fast ein Viertel ging für die Miete drauf, für den Rest konnte die oft 8 oder 10-köpfige Familie
ein halbes Pfund Fleisch pro Tag,
wöchentlich ein halbes Pfund Butter,
drei Pfund Mehl,
ein paar Brote,
sechs Becher Kartoffeln,
ein dreiviertelpfund Kaffee,
zwei Portionen Gemüse,
ein wenig Reis und Milch,
Seife und
eine kleine Menge Kohlen
kaufen.
Ein paar Kinderschuhe kosteten knapp 1 Taler, ebenso ein Hemd.
Wie sollte eine Familie existieren, wenn der Hauptverdiener krank wurde, der in einem solchen Fall keinen Pfennig Lohn bekam.

Kolping wollte etwas ändern.
Wie alle wirklich großen Projekte ist auch das Kolpingwerk nicht von einem besonders klugen Kopf am Schreibtisch ersonnen worden, sondern aus dem Leben herausgewachsen, aus den Sehnsüchten und den Bedürfnissen vieler ganz normaler Leute.
Es gab schon einen kleinen Verein, gründet von Johann Gregor Breuer, einem sozial engagierten Hauptlehrer. Kolping erkannte die Bedeutung dieses Gesellenvereins und war bestrebt, die Idee über Elberfeld hinauszutragen. Was nach seiner Überzeugung jedoch nur von einer größeren Stadt aus möglich war. Und so bat er um eine Stelle in Köln. Am 01.04.1849 wechselte er dort hin.
In dieser Zeit (1849) waren in Kölns Straßen Maßen von Menschen, Fabrikarbeiter, Erwerbslose, Handwerksburschen und auch Studenten unterwegs um Vorträge von Karl Marx zu hören, der über die himmelschreiende Kluft zwischen Arm und Reich redete.

Ausgerechnet in diesen Tagen – in der gleichen Stadt – will ein unbekannter Priester einen Verein gründen. Einen Gesellenverein für junge Handwerker, die etwas für ihre Bildung tun und sich besser über ihren Glauben informieren wollen. Die Konkurrenz des berühmten Dr. Marx schien zu groß. Aber Kolping hat mit seinem Gottvertrauen schon immer als etwas verrückt gegolten. Nur sieben Zuhörer verirrten sich zu seinem Vortrag, wo er ihnen erstaunlicherweise eine ganz ähnliche Einschätzung der gesellschaftlichen Verhältnisse vorträgt wie sein prominenter Konkurrent. Die Schlussfolgerungen, die beide Redner ziehen, sind völlig unterschiedlich. Kolping erläutert den wenigen Zuhörern mit dem bloßen Auswechseln der herrschenden Schicht sei gar nichts gewonnen. Statt der Strukturen müsse man die Menschen ändern, ihr Verhalten, ihren Lebensstil.

Ein knappes halbes Jahr nach der Gründungsversammlung waren aus den sieben Vereinsmitgliedern bereits 550 geworden. Als Kolping starb gehörten 24600 zum Kolpingwerk. Heute sind es mehr als 500000 in 61 Ländern der Erde.


Liebe Leserinnen und Leser, ich hoffe, den Anfang fanden Sie interessant genug um demnächst Teil 2 zu lesen.

In Teil 2 erfahren Sie noch etwas mehr über den verrückten Konkurrenten von Karl Marx, bzw. den erfolgreichsten katholischen Publizisten seiner Zeit. Über Widerstände im eigenen Lager und über politische Ermittlungen gegen Kolping. Über den Organisator einer Krankenkasse für Mitglieder, einer Vereinssparkasse und eines Konsumvereins.
www.kolping.de


Erwin Müller
Kolpingfamilie Pohlheim


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