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Sparkasse Oberhessen machte zahlreiche Filialen dicht - Alte Menschen haben Probleme
Vogelsbergkreis - Lauterbach
Geschrieben von: Bernd Liller
am: Freitag, 17. April 2009 um 17:23 - Gelesen: 7875 mal
Der Seniorenbeirat Lauterbach ist von der sozialen Kälte, die bei den Umsetzungen der Filialschließungen in den Stadtteilen Lauterbachs herrschte, bestürzt.

Wie die Sparkassenvorstände vorgehen, um die Filialen rentabel zu gestalten, sieht man auch in Lauterbach: man schließt sie einfach. In einem Aufwasch werden auch die Automaten zur Überweisungs- und Geldabhebungsmöglichkeit abgebaut. Zurück bleiben lange Gesichter bei jenen, die es nicht so einfach haben, die nächste Stadtfiliale anzufahren. In Lauterbach wurden die Ortsteile Wallenrod, Frischborn und Maar mit dem Kahlschlag konfrontiert. Jüngere, aktive Menschen haben Alternativen durch Mobilität und Internet. Alte Bürgerinnen und Bürger können da nicht mehr mithalten. Sie lernten früher nicht den Gebrauch des PC, geschweige denn die Tricks des Homebankings. Sie wurden über Nacht zu Daten-Analphabeten gestempelt, eine Situation, die schwer erträglich ist. In anderen Orten des Sparkassengeschäftsgebietes liegt die Situation ähnlich.

Der Lauterbacher Seniorenbeirat hatte nun in seiner letzten Sitzung vom 19.3.09 eine Resolution verabschiedet, die dem Vorstand der Sparkasse Oberhessen mit Begleitschreiben direkt zugestellt wurde. Am 14.04.09 kam von dort ein Antwortschreiben, in dem Verständnis für die Verlustsitutation dargestellt, jedoch auch um die Zwänge der Rentabilität einer Filialtätigkeit geworben wurde. Der Vorstand sprach von "Anpassung" an den Markt, was im Klartext heißt: "Filialschließung" . Vorstand und Verwaltungsrat hätten diese Entscheidung mitgetragen. Man biete ersatzweise kostenlosen Bargeldbringedienste an und verwies auf die im zweiwöchentlichen Rhythmus auftauchenden Mobilfilialen in den Dörfern. Eine Einrichtung von Automatenstützpunkten in örtlichen Geschäften oder Gaststätten betrachtet man als zu problemhaft und auch zu teuer. Dieser Vorschlag kam vom Seniorenbeirat.

Besonders hübsch liest sich: " ....dass die Einwohner .... bereits auch für viele andere Besorgungen auf die Fahrt in die Kernstadt oder in andere Orte angewiesen sind. Folglich wird sich an der grundsätzlichen Versorgungssituation durch die Schließung der Sparkassengeschäftsstelle keine entscheidende Verschlechterung ergeben." Hier hängt man sich an die bekannten Trends einfach an: wenn schon Kahlschlag, dann machen wir auch mit. Dass alte Menschen in den Ortsteilen und kleinen Dörfern bald keinerlei Dienstleistungsinfrastruktur mehr zur Verfügung steht, wird einfach so hingenommen. Wo bleibt da die Weitsicht der Banker?
Schwamm drüber, die Konsequenz kann sein, andere Geldverwaltungswege zu suchen: Sparstrumpf, Matratzenfüllung, "hohe Kante", Verschenken, Verprassen...., alles schwierig, aber beherrschbar.

Spaßig ist, dass der Sparkassenvorstand als Pufferungsmaßnahme der Filialverluste eine Gratisschulung im Homebanking anbietet, die der Regionalleiter durchführen soll, d.h. man will denen, die am meisten aufgrund ihres Alters unter dem Filialverlust zu leiden haben, etwas anbieten, das sie gar nicht mehr verstehen können.

Mitbürger im 50-plus-Alter tun gut daran, sich rechtzeitig ordentlich in PC-Arbeit und Internetbanking ausbilden zu lassen, damit sie in 20 Jahren überhaupt noch den Geldverkehr und die Einkäufe des Alltags besorgen können. Denn bis dahin sind alle kleinen Läden dicht, und die Sparkassen wird es nur noch als Internetinstitute geben, so wie es heute die sogen. Direktbanken schon sind. Je mehr online erledigt wird, desto weniger braucht man vor Ort Menschen zum beraten. Somit ist die weitere Fililalschließungswelle schon vorprogrammiert.
Was werden in den nächsten Jahren die anderen Geldinstitute der Region denn machen: auch die Filialen schließen? Mal sehen, was da noch auf uns alle zukommt.
Wer die originalen Texte der Resolution und der Antwort der Sparkassenvorstände lesen möchte, kann dies, sofern er das Internet beherrscht unter der Website des Lauterbacher Thementreffs tun:
http://www.thementreff-lauterbach.de

Dr. Bernd Liller
Vorsitzender des Lauterbacher Seniorenbeirates

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