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VHC auf dem Werra-Burgensteig Hessen
Wetteraukreis - Hirzenhain
Geschrieben von: Adolf Zeisberger Vogelsberger Höhen Club e.V.Zweigverein Hirzenhain
am: Montag, 11. September 2017 um 09:41 - Gelesen: 5830 mal

Von Burg zu Burg entlang der Werra

Wie herrlich muss es sein, zu den stolzen Burgen und Schlössern an den hohen Werraufern hinauf zu steigen und von dort weit in das Werratal mit seinen malerischen Fachwerkorten zu schauen.  Das erlebten  30 Wanderer des VHC Hirzenhain an sechs Wandertagen auf Deutschlands 2.-schönstem Wanderweg,  dem Teilabschnitt des Werra-Burgensteigs Hessen zwischen Hann.-Münden und Eschwege.   In Bad Sooden/Allendorf bezogen die Reiseteilnehmer im Hotel Martina Quartier. Nach der Zimmerverteilung wurde ein Stadtrundgang zum Kennenlernen der Kurstadt an der Werra unternommen. Der erste Wandertag auf dem Burgensteig führte von Lippoldshausen, einem Dorf mit über 1000-jähriger Geschichte, hinab ins Ilkstal zum Gasthaus „Letzter Heller“.  Viele Geschichten und Legenden ranken sich um ihn. So die Geschichte um Helmo vom Lippoldsberg, der hier angeblich seinen letzten Heller verspielte und einen Pakt mit dem Teufel einging. Auch die Geschichte, dass hier früher Reisende, die die Werra an der hier gelegenen Furt überquerten und damit von Hessen nach Niedersachsen kamen, ihr letztes hessisches Geld (Heller) in einem Wegkrug ausgaben. Nächstes Ziel der Wanderung war Hann.-Münden mit über 700 Fachwerkhäusern aus sechs Jahrhunderten. Sie prägen das Bild der historischen Altstadt. Vorbei am Welfenschloss, das als fürstliches Haus eingerichtet war und einer der ältesten Steinbrücke Norddeutschlands, die „Alte Werrabrücke“ erbaut um 1250  führte die Tour weiter vorbei am historischen Rathaus zum Weserstein. Hier fließen Werra und Fulda zusammen. Der Fabrikant Carl Natermann wählte zur Bezeichnung des Ursprungs der Weser im Jahre 1899 einen schweren Quarzit Stein aus den Wäldern von Hann.-Münden und ließ den von ihm gedichteten poetischen Vers in den Stein meißeln: „Wo Werra sich und Fulda küssen sie ihren Namen büßen müssen. Und hier entsteht durch diesen Kuss Deutsch bis zum Meer der Weserfluss.“ Einige der Wandergruppe schlossen sich dem Wanderführer Adolf Zeisberger zu einem Stadtrundgang zu den Sehenswürdigkeiten wie dem Sterbehaus und der Grabstätte Doktor Eisenbarts an. Danach trafen sich alle Wanderer am historischen Rathaus ein zum Glockenspiel vom Doktor Eisenbart: „Ich bin der Doktor Eisenbart kurier die Leut auf meine Art….“    Höhepunkt des zweiten  Wandertages war der Besuch des Schlosses Berlepsch. Bei der Schlossführung gab es viel interessantes über die wechselvolle Geschichte von derer von Berlepsch. So auch das Männer unter Führung von Hans Sittich von Berlepsch, Martin Luther 1522 gefangen nahmen und ihn auf die Wartburg brachten, wo er als „Junker Jörg“ die Bibel übersetzte. Vom Turm des Schlosses hatten die Reiseteilnehmer eine grandiose Fernsicht in das Werratal bis zum Hohen Meißner. Die Wanderung führte nun vorbei an der Baumhausherberge „Robins Nest“ und auf Waldpfaden nach Albshausen zu dem Naturdenkmal Kaisereiche, einer 240 Jahre alten Eiche. Durch einen prächtigen Buchenwald führte die Tour hinauf zum 368 Meter hohen Kobelsberg. Auf einem Wiesenpfad entlang von Feldern und Kirschplantagen mit tollen Blicken auf Witzenhausen dem Ziel der Wanderung. Das Kirschen-Städtchen Witzenhausen war am darauffolgenden Tag Startort der nächsten Etappe auf dem Burgensteig zur Burg Ludwigstein. Auf Wiesenpfaden und durch einen lichten Buchenwald wanderte man hinauf zum Sulzberg mit lohnendem Ausblick über Kirschbäume hinweg auf das direkt an der Werra liegende Dorf Wendershausen, die Burg Ludwigstein und die unverkennbare Silhouette der Burgruine Hahnstein die sich auf thüringischen Boden befindet. Am Spiel-und Grillplatz Öhrchen wurde noch mal eine ausgiebige Rast gemacht bevor es über Steige hinauf zur Burg Ludwigstein ging. Die Burg ist eine frühere spätmittelalterliche Burg mit einer langen wechselvollen Geschichte, von der der Wanderführer einiges zu berichten wusste. Eigentümer ist heute die 1970 gegründete „Stiftung Jugendburg Ludwigstein und Archiv der deutschen Jugendbewegung“.  Nach einer Rast in der Burgschänke führte die Wandertour, vorbei an einer Kriegsgräberstätte, hinab zur Bushaltestelle an der B27 zur Rückfahrt nach Bad Sooden/Allendorf. Der nächste Wandertag führte von Kammerbach zum Felsen Weiberstein und weiter  hinauf zum 482Meter hohen Roßkopf mit einem Aussichtsturm. Vom Turm war der Blick über die Wälder zurück nach Kammerbach und dem Ziel der Wanderung Bad Sooden/Allendorf einmalig. Über Waldpfade und Forstwege führte die Tour wieder hinab, durch den Weiler Ahrenberg nach Bad Sooden. Der vorletzte Tag der Wanderwoche führte von Hitzelrode hinauf zum Kolonnenweg, der ehemaligen Grenze BRD und DDR. Hier erblickten die Wanderer einen Überrest der Grenzbefestigungsanlagen. Auf dem Grenzweg, mit teilweise schönen Ausblicken ins Werratal und Bad Sooden/Allendorf wurde Schloss Rothestein erreicht. Das Schloss hat eine junge wechselvolle Geschichte, wie der Wanderführer zu berichten wusste. Erbaut im Jahre 1891 auf einem Sandsteinfelsen, daher der Name Rothestein, auf dem Gelände einer mittelalterlichen Burganlage. Viele Besitzer erlebte das Schloss in den vergangenen Jahrzehnten. 1994 wurde das Schloss von Theo Becker aus Bergisch-Gladbach gekauft, der es 2010 öffentlich zugänglich machte und mit einem örtlichen Gastronomen ein Café eröffnete, in dem die Wandergruppe eine wohlverdiente Rast einlegten, bevor es weiter entlang der Werra nach Bad Sooden ins Hotel ging. Am letzten Tag der Wanderwoche stand die Tour von Hitzelrode nach Eschwege auf dem Tagesprogramm. Auf einem Zuweg führte die Tour hinauf zum Werra-Burgensteig und durch die hessische Schweiz, mit schönen Ausblicken von der Silberklippe ins Werratal, den Hohen Meisner, den Werratalseen und Eschwege zu einem alten Steinbruch mit einer Schutzhütte die zur Mittagspause einlud. Nachdem die Rucksackverpflegung verzehrt war ging die Wanderung weiter durch den kleinen Ort Neuerode, entlang dem Schambach zum Campingplatz am Meinhardsee zu einer kleinen Erfrischungspause mit Bier und Softgetränken. Die Wanderung führte dann weiter zum Ziel Eschwege. Über den Marktplatz in der historischen Altstadt und vorbei am Landgrafenschloss ging es zum Bahnhof wo der Bus zur Rückfahrt nach Bad Sooden die Wandergruppe bereits erwartete. Am letzten Abend der Wanderwoche wurde Rückblick gehalten auf die zurückgelegten Wanderungen bei denen 82 Kilometer auf dem Werra-Burgensteig erwandert, 1735 Meter im Aufstieg und 2435 Meter im Abstieg erreicht wurden. Auf der Heimfahrt nach Hirzenhain wurde noch ein Besuch mit Stadtführung in Rotenburg an der Fulda unternommen. Der Werra-Burgensteig mit seinen Schlössern, Burgen, der wundervollen Natur und den historischen Städten mit der futuristischen Architektur begeisterte die Reiseteilnehmer. Alle waren sich einig wieder ein schönes Stück unserer hessischen Heimat erlebt zu haben. Sie dankten den beiden Organisatoren Maria und Adolf Zeisberger für die Vorbereitungen und Organisation.

Bild oben: Schloss Berlepsch

 

                             

 Blick ins Werratal nach Bad Sooden/Allendorf

 

 

 Am Denkmal v. Dr. Eisenbart

 

 

 

Rotenburg a.d. Fulda im Schlosshof


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