Lokale Beiträge aus der Region Gießen - Jetzt michmachen »

Der Computer Doktor in Gießen - Reparatur, Service, Schulung - klicken und mehr lesen »



Drucken PDF E-Mail
Beitrag ausdrucken PDF erstellen per E-Mail senden Bearbeiten
       
„Dr. Tauber und Dr. Müller loben CDU Abweichler“
Main-Kinzig-Kreis - Gelnhausen
Geschrieben von: Dirk Schött SPD Hailer
am: Dienstag, 18. November 2008 um 12:28 - Gelesen: 9056 mal

Eine solche Schlagzeile werden wir möglicherweise bald lesen können, wenn man den Ausführungen der Herren in der letzten Zeit glauben schenken kann. Immer wieder werden die SPD Abweichler als standhafte Helden der Demokratie gefeiert, die ihrem Gewissen folgend das Land vor dem Untergang bewahrt haben.
Bevor ich das kommentiere stelle man sich folgende Situation vor: Wir schreiben den 17.02.2009. Die CDU ist aus der Wahl als stärkste Partei hervorgegangen und kann mit der FDP die Mehrheit im Landtag stellen. Es ist es dann doch etwas knapper geworden, als gedacht. Aber immerhin hat die in den vergangenen Wochen vereinbarte Koalition eine Mehrheit von immerhin zwei Mandaten. Alle Gespräche sind positiv verlaufen sind, die Probeabstimmungen ergaben keine Gegenstimmen und auch ansonsten waren keine innerparteiliche Schwierigkeiten erkennbar. Die Parteitage am Wochenende haben mit großer Mehrheit der Koalitionsvereinbarung zugestimmt. Deshalb ist man sich sicher Roland Koch zum Ministerpräsidenten wählen zu können.
Am morgen, einen Tag vor der Abstimmung, berufen dann überraschenderweise drei CDU Abgeordnete eine Pressekonferenz ein. Sie erklären, dass in den Koalitionsverhandlungen der FDP zu weitreichende Zugeständnisse gemacht worden sind. So ist das Programm der CDU zu weit verwässert worden und sie können es mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren, der Wahl zuzustimmen. Sie haben im Wahlkampf und ihren Wahlkreise immer wieder für die Themen der CDU gekämpft und können dieser Abkehr nicht zustimmen. Deshalb werden sie morgen Roland Koch nicht zum Ministerpräsidenten mitwählen.
Im Gegensatz zur chaotischen SPD zeigt die CDU großes Verständnis für die Gewissensentscheidung der drei Mandatsträger. In der lokalen Presse loben Dr. Tauber und Dr. Müller ausdrücklich die Standhaftigkeit und das Rückgrat der Abweichler. „Es zeigt uns wie demokratisch in der CDU gedacht und gehandelt wird.“, so Dr. Tauber in seiner Presseerklärung. „Die SPD kann sich an unserem besonnenen Verhalten eine Scheibe abschneiden.“, ergänzt Dr. Müller.

SCHNITT

Wer glaubt allen Ernstes, dass es zu einer solch absurden Situation kommen könnte? In keiner Partei würde ein solch unsolidarisches Verhalten geduldet werden. Man kann und sollte seine Meinung vertreten und dafür kämpfen. Dafür sucht man sich Mitstreiter und versucht die Partei von der Richtigkeit seiner Meinung zu überzeugen. Irgendwann wird es dann zu einer Abstimmung kommen. Wenn dann aber über 95% der Mitglieder anderer Meinung sind, kann und muss man erwarten können, dass man sich diesem überwältigenden Mehrheitsvotum unterwirft. So und nur so können Parteien funktionieren und Entscheidungen herbeigeführt werden. Selten wird es der Fall sein, dass alle einer Meinung sind. Den anderen ohne konkrete Hinweise in den Rücken zu fallen ist parteischädigend und über alle Maßen unfair. Wenn jeder machen könnte was er wollte, hätten wir Anarchie. Keine Entscheidungsfindung könnte mehr geordnet verlaufen, weil man sich auf den anderen nicht verlassen könnte.
Die Aussagen der anderen Parteien, vorne Weg in unserer Region Dr. Müller und Dr. Tauber, erwecken allerdings den Eindruck, als würden sie dieses Vorgehen begrüßen. Das Gegenteil ist der Fall. Sie sind selbstverständlich (rein inhaltlich) gegen eine Minderheitsregierung der SPD und somit froh, dass es verhindert wurde. Aber auch in ihrer Partei, da bin ich mir sicher, kann dieses Verhalten nicht geduldet werden. Deshalb fordere ich die Herren hiermit auf, wieder zu etwas mehr Sachlichkeit in der Diskussion zurückzukehren.


Kommentare (1)Add Comment
0
geschrieben von Peter Kleinsorge, November 18, 2008
Parteien funktionieren leider so
Werter Herr Schött, ich kann verstehen dass Sie die Aussagen von Dr. Tauber und Dr. Müller kritisieren, da diese die SPD Abweichler als standfeste Helden der Demokratie feiern. Sie stellen auch zu Recht die Frage wie die Herren von der CDU mit einem ähnlichen Vorgang in ihrer Partei ungegangen wären.
Die Reaktion der Herren von der CDU ist in meinen Augen nicht ehrlich, als reales Beispiel mag der Umgang der CSU mit Frau G. Pauli, nach dem Sturz von E. Stoiber, dienen.
Bei der Reaktion von Dr. Tauber und Dr. Müller geht es wohl eher darum die Schwäche der SPD, wahltaktisch, maximal auszubeuten.
Darum will ich es noch einmal, in aller Deutlichkeit sagen:
Liebe Politiker vergesst nicht dass ihr einen Auftrag habt, nämlich Politik zum Wohle des Landes und seiner Bürger zu machen. Parteitaktik oder Schadenfreude sind nicht angebracht, durch solch ein Verhaltern wird nur die Politikverdrossenheit gefördert.

Kommentar schreiben
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben. Bitte registrieren, wenn Sie noch kein Konto haben.

busy
Aktualisiert ( Dienstag, 18. November 2008 um 15:10 )
 
 
Kreis GießenALLE BEITRÄGE ANSEHEN »
Mein anzeigerlokal Profil
Jetzt registrieren » Sie sind noch kein Autor und möchten Artikel schreiben? Registrieren Sie sich schnell und kostenlos.
Zugangsdaten vergessen?
Anmeldung für Vereine » Spezielle Anmeldung für offizielle Vereinsvertreter.
Jetzt als Verein registrieren »
Andere LandkreiseWetteraukreis

Vogelsbergkreis

Main-Kinzig-Kreis

Hochtaunuskreis

Lahn-Dill-Kreis

Limburg-Weilburg

Marburg-Biedenkopf

Aktuelle Termine

Keine Termine
Activities
X
Online Chat
X
Ihr Status: 
Verfügbar
Bitte anmelden um zu chatten.
Online Chat (0)
 
Wir haben 3313 Gäste online
Ein Angebot von:
Gieener Anzeiger
Gießener Anzeiger
Gelnhäuser Tageblatt
Kreis Anzeiger
Lauterbacher Anzeiger
Oberhessische Zeitung
Usinger Anzeiger
mittelhessen-mail.de
mittelhessen-mail.de
Tools für Webseiten
PHP Plugin WordPress Plugin RSS Webseite
Plugins Wordpress Community