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Straßennamen in Gießen
Kreis Gießen - Gießen
Geschrieben von: Karin Jung
am: Dienstag, 18. August 2015 um 18:33 - Gelesen: 4713 mal

Aus der Sudetenlandstraße über den neuen Rübsamen-Steg kommt man in den Leimenkauter Weg, rechtsabbiegend in den Alten Krofdorfer Weg, der dann in die Wilhelm Leuschner Straße übergeht.

Wer war Wilhelm Leuschner? Er wurde am 15. Juni 1890 in Bayreuth geboren. Nach seiner Schulzeit begann er eine Lehre als Holzbildhauer. Nach diesem Abschluss trat er 1907 in die Gewerkschaft ein. Im Juli diesen Jahres ging er auf Wanderschaft, war u. a. in Leipzig und gelangte anlässlich der Jugendstilausstellung 1908 nach Darmstadt und arbeitete dort in einer Hofmöbelfabrik. 1909 ging Wilhelm Leuschner nach Bayreuth zurück und studierte bis März 1910 an der heutigen Kunstakademie in Nürnberg. Im Sommer 1911 heiratete er in Darmstadt Elisabeth Batz und hatte zwei Kinder mit ihr. Er arbeitete als Holzbildhauer in einer international tätigen Möbelfabrik. 1913 trat Wilhelm Leuschner in die SPD ein und engagierte sich weiter in der Gewerkschaft. Im ersten Weltkrieg war er sowohl an der Ostfront als auch im Westen eingesetzt. 1919 wurde er Stadtverordneter und Vorsitzender der Darmstädter Gewerkschaft und zog 1924 als Abgeordneter in den Landtag des Volksstaates Hessen bzw. dem ehemaligen Großherzogtum Hessen-Darmstadt ein. Bereits seit 1923 war Wilhelm Leuschner Mitglied der Freimaurerloge Johannes der Evangelist zur Eintracht im Orient Darmstadt. 1927 wurde er Innenminister. Er arbeitete speziell als Verteidiger der demokratischen Verfassung. Er war ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus. Er veranlasste die Veröffentlichung der "Boxheimer Dokumente" des NSDAP-Abgeordneten Best, der hierin Pläne zur Machtergreifung verfasst hatte, die Pläne zur Errichtung eines Terrorregimes deutlich erkennen ließen. Wilhelm Leuschner war damit nicht nur der persönliche Feind des Abgeordneten, sondern auch einer der meistgehassten Gegner der Nationalsozialisten. 1933 musste er nach der Machtergreifung der Nazis das Amt des Innenministers aufgeben. Als Gewerkschaftler beteiligte er sich danach in der ersten Zeit an konspirativen Überlegungen zur Bildung einer Einheitsgewerkschaft, diese ließen sich aber nicht verwirklichen. Da er die gewünschte Zusammenarbeit mit den Nazis strikt ablehnte, wurde er 1933 inhaftiert, die Gewerkschaften wurden zerschlagen. Wilhelm Leuschner wurde misshandelt und war ein Jahr lang im Gefängnis und in KZs gefangen. 1934 wurde er entlassen. Er begann mit dem Aufbau eines Widerstandsnetzes, übernahm eine kleine Fabrik zur Herstellung von Bierschankutensilien, dies war fortan die Schaltzentrale der illegalen deutschen Gewerkschaften. Einer seiner engsten Mitarbeiter war Hermann Maaß, sie kämpften aktiv in gewerkschaftlichen Widerstandsgruppen und kontaktierten auch mit dem Kreisauer Kreis und ab 1939 auch mit der Widerstandsgruppe von Carl Friedrich Goerdeler. Nach dem geplanten Putsch gegen Hitler sollte Wilhelm Leuschner im neu geplanten Kabinett evtl. Vizekanzler werden, aber das Attentat vom 20. Juli 1944 scheiterte. Er stellte sich am 16. August 1944, da die Nazis seine Frau als Geisel genommen hatten. Er wurde zum Tode verurteilt und am 29. September 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Seit 1964 wird jedes Jahr die Wilhelm-Leuschner-Medaille, die höchste Auszeichnung des Landes Hessen, verliehen. Sie wurde seinerzeit durch den langjährigen Ministerpräsidenten Georg August Zinn eingeführt.

 

 


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