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Existenzvernichtung – sie tun es schon wieder!
Kreis Gießen - Gießen
Geschrieben von: Ixe D. Schäfer
am: Samstag, 14. März 2015 um 18:46 - Gelesen: 5977 mal

Wie war das damals eigentlich, mit der Einführung des Nichtraucher-Schutz Gesetzes? Dem EU-Gesetz zum Schutz vor passivem Mitrauchen für Angestellte und Gäste.

Jedem Nichtraucher kam es gelegen, jedem Raucher nicht. Und gänzlich ungelegen kam es den Gastronomen. Denn Raucher ließen deutlich mehr Geld in den Wirtschaften als Nichtraucher. Wer gerne ein Bierchen und eine Zigarette genießt, weiß, wovon ich spreche. Mein ehemaliger Chef fand die Idee des Gesetzes super - natürlich, als Verfechter des Nicht-Rauchens. Nach einem Jahr, vielmehr, mit Beginn der Winterzeit, bekam er es in seiner Kasse zu spüren.

Doch entscheidender ist, dass mit diesem Gesetz unsere Regierung zahlreiche Existenzen zunichte machte. Selbst Shisha Bars mussten schließen. Also mal ehrlich. Wer eine Shisha Bar besucht oder dort arbeiten will, muss doch davon ausgehen, dass dort geraucht wird.

 

Das Rauchen nicht gesund ist, braucht an dieser Stelle nicht diskutiert werden.

 

Gegenwärtig tut unsere Regierung es schon wieder! Sie zerstört erneut Existenzen. Und obwohl es kein EU-Gesetz ist (einem EU-Gesetz kann sich ein Mitgliedsland nicht entziehen), demnach ohne Probleme eine Überarbeitung möglich wäre, windet sie sich im Amtsdeutsch aus Verbesserungsvorschlägen heraus.

 

Doch um was geht es hier konkret?

Der §11 Abs. 1 Nr. 8f des Tierschutzgesetzes besagt: »Wer gewerbsmäßig für dritte Hunde ausbildet oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anleitet« braucht eine Zulassung des Veterinäramtes. Damit sind Hundetrainer, Hunde-Erziehungsberater, Mensch-Hund-Coaches, oder wie man Personen sonst noch betiteln mag, die mit Mensch-Hund-Teams arbeiten, gemeint. Aber nur die, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten. Gewerbsmäßig keine Vereinstrainer!

Damit soll sichergestellt werden, dass die Arbeitsmethode der Trainer im Rahmen des Tierschutzgesetzes verläuft, also frei von »Tierquälerei«. Grundsätzlich ist die Überprüfung von Hundetrainer löblich, richtig und wichtig. Denn, bitte verzeiht meine Ehrlichkeit (ich bin dennoch gänzlich wertfrei), gibt es Trainer, die eher die Finger von dem Job lassen sollten. Dank dieses Passus prüfen die Veterinärämter die Qualifikationen, sprich, ob die notwendige Sachkunde bei gewerblich arbeitenden Hundetrainern vorhanden ist. 

 

Was bei der Ausführung und Umsetzung des Gesetzes passiert ist eine Farce!

Da die Ämter, laut AVV (allg. Verwaltungsvorschrift = Bestimmung des Gesetzgerbers zur Durchführung bestehender Gesetze) keine Vorgaben erhielten, wie Hundetrainer zu prüfen sind. Was die AVV jedoch in einem Nebentext beschreibt, ist, dass bei Personen, die eine gleichwertige Sachkunde belegen können (Unterlagen zur Ausbildung, Fort- und Weiterbildungen, inkl. Zeugnissen) von einer theoretischen Prüfung oder sogar von Prüfung in Gänze abgesehen werden sollte.

 

Jedes einzelne Vet. Amt geht jedoch nach seinem Ermessen vor. Die Umsetzung wirkt auf die Betroffenen vielerorts willkürlich. Es gibt weder einen Kostenkatalog, (Prüfungsgebühren erfahren die Trainer erst nach der Prüfung, Unterschiede von 100 bis 1500 Euro, etc.), noch wird der Ablauf protokolliert, noch darf eine unbeteiligte Person als Zeuge dabei sein (keine Handhabe für den Prüfling, nachzuweisen, ob alles mit rechten Dingen vorgegangen ist, was im Streitfall die Beweisführung nahezu unmöglich macht). Weiterhin werden keine Ausbildungen privater Institute anerkannt. Akzeptiert wird nur die IHK Potsdam, der BHV, die Tierärztekammer Schleswig-Holstein und Niedersachsen oder die Approbation von Tierärzten.

Ähhh … IHK? BHV? Ärztekammern? Sind das nicht auch private Organisation? Egal - gesetzlich sind sie jedenfalls nicht.

 

Und Tierärzte? Soweit ich informiert bin, müssen sie während ihres Studiums keine einzige Vorlesung über hündischen Verhalten belegen. Sie werden weder darin angeleitet, wie Unterrichts- und Trainingspläne zu gestalten sind, noch werden sie didaktisch oder rhetorisch im Umgang mit Hundebesitzern geschult oder wie sich das Lernverhalten bei Hunden darstellt. Warum auch? Sie sind Tierärzte!

 

Die Veterinärämter setzen Tierärzte ein, um die Professionalität von Hundetrainer zu prüfen. Den Trainern werden zig veterinärmedizinische Fragen in dem »Kontrollverfahren« gestellt. Und warum? Weil er Hundetrainer ist?

 

Ein weiterer Stein des Anstoßes findet sich in dem theoretischen Test für Hundetrainer. Entworfen von einer privaten Organisation, in der 1. und 2. Vorsitzender Tierärzte sind. Na klar!

Dieser Test wird online beim Amt absolviert. Ein single-choice-test, bei dem keine Notizen gemacht werden dürfen. Ein Test, der offenbar noch in der Entwicklungsphase ist, denn die »richtigen« Antworten können sich täglich verändern, wie mir berichtet wurde. Und, um zu bestehen müssen einige Fragen "falsch" beantwortet werden, um als "richtig" gewertet werden zu können - je nach Empfinden und Auffassung des derzeit in der Prüfung sitzenden Trainers.

 

Na so was! Ein unausgereifter Test, der durch die online Antworten der Prüflinge täglich neue Antwortmöglichkeiten bietet, ist perfekt zur Qualitätssicherung? Logisch? Nein, natürlich nicht.

 

Kein Wunder also, dass so viele Trainer auf die Barrikaden gehen. Sie haben absolut Recht, sich dagegen zu wehren. Trotz der Kenntnis darüber und fehlender Vorschrift, auf diese Weise zu agieren, verfolgen die Ämter stur ihren Weg. Dabei schließen sie - von heut auf morgen - einfach so, gut situierte Hundeschulen, von denen die Trainer dieses Prüfungsverfahren verweigern. Wohlgemerkt nur die Verfahrensweise, nicht eine Überprüfung ihrer Tätigkeit grundsätzlich.

 

Mittlerweile traf es sehr viele nette und hervorragend arbeitende Trainer. Zum Teil unter Androhungen von Strafgeldern, die sich teilweise im fünfstelligen Bereich bewegen.

Und weil bereits alles als Gesetz vorliegt, besteht keine Möglichkeit dagegen zu klagen. Betroffene können nur gegen die Vorgehensweise ihres Amts gerichtlich vorgehen und das muss auch noch jeder für sich ganz alleine bewerkstelligen.

 

Allerdings ist der Kampf gegen Windmühlen schwer. Ergo taten sich Betroffene zusammen, gründeten die Arbeitsgemeinschaft §11 TierSchG und verfassten eine Petition.

 

Denn bei all dem Übel, was hier geschrieben steht:

Bei weitem fataler ist die Monopolstellung der Ämter, sofern das Gesetz in seiner jetzigen Form bestehen bleibt. Wenn das passiert, dürfen sie über alles bestimmen, was sich rund um Mensch und Hund dreht. Sie könnten „aversive“ Hilfsmittel (z.B. Stachelhalsbänder) im Hundetraining als probat erklären. Sie hätten das Recht, jeden Hundehalter zum Haltertest zitieren. Sie hätten die Befugnis Auffangstationen für Hunde aus dem Tierschutz kurzerhand schließen und die Möglichkeit Therapiehunde zu verbieten (eine Hundeschule, die sich seit über 12 Jahren darin etablierte, wurde letzte Woche - ohne weiteres - geschlossen). Wenn die Ämter um ihre „Macht“ wissen, können sie bestimmen, ob eine Person für die Mehr-Hunde-Haltung befähigt ist, welche Person in welchem Alter sich welche Hunderasse zulegen darf. Ob Hunde als Coaches eingesetzt werden dürfen, oder, oder, oder.

 

Ich male schwarz? Ansichtssache! Das Tierschutzgesetz ist in vielen Punkten geändert worden. Der Bereich der Trainerüberprüfung ist nur ein winziger Teil von dessen. Doch wenn bei diesem winzigen Teil schon auf diese Weise vorgegangen wird, was passiert bei den anderen Änderungen erst? 

 

Auch wenn Ihnen das alles egal ist, Sie sich davon nicht betroffen fühlen, gibt es vielleicht jemanden in Ihrem Bekanntenkreis, denn es trifft.

 

Die Trainer brauchen Hilfe - in Form EINER Unterschriften - von Jedem, der sich für ein demokratisches und nicht bürokratisches Deutschland einsetzen möchte. Bürokratie gibt es bei uns bereits genug, wie ich finde.

 

Der Weg zur Petition:

https://www.openpetition.de/petition/online/hunde-brauchen-schutz-ihre-trainer-auch-hundetrainer-fordern-einheitliche-umsetzung-der-erlaubnis 


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Aktualisiert ( Montag, 16. März 2015 um 08:47 )
 
 
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