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Straßennamen in Gießen
Kreis Gießen - Gießen
Geschrieben von: Karin Jung
am: Montag, 09. März 2015 um 15:57 - Gelesen: 4370 mal

Der Marie-Curie-Weg ist eine "kleine" Stichstraße im Kliniksviertel nahe der Chirurgie, benannt nach einer "großen" Frau. Marie Curie wurde am 07. November 1867 als Maria Salomea Slodowska in Warschau geboren. Der Vater war Mathematik- und Chemieprofessor, die Mutter leitete ein Mädchenpensionat. Marie fiel schon früh wegen ihres großen Lerneifers auf, 1883 absolvierte sie ihr Abitur als Jahrgangsbeste. Da zu dieser Zeit in Polen keine Frauen studieren durften, arbeitete sie zunächst für sechs Jahre als Erzieherin und ging später nach Paris. Sie wohnte bei ihrer Schwester und nannte sich nun Marie. 1891 wurde sie als erste Frau an der Sorbonne zum Studium zugelassen und begann ihr Physikstudium, das sie 1893 als beste ihres Kurses abschloss. Gleichzeitig absolvierte sie ein Mathematik-Studium, das sie nur ein Jahr später als zweitbeste beendete. Sie erhielt aber nur eine schlechtbezahlte Teilzeit-Assistentenstelle. Aber ihr Lehrer, der Physiker Lippmann erkannte ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten und verschaffte ihr eine volle Forschungsstelle im Fachgebiet der physikalischen Chemie bei dem damals schon sehr bekannten Pierre Curie. Nicht nur beruflich, auch privat kamen die beiden zusammen und heirateten 1895. Beide verstanden sich als Paar, das "zum Wohl der Wissenschaft und der Menschheit" zusammen leben und arbeiten wollte. Maries Forschungen auf dem Gebiet der Radioaktivität begannen 1897, nachdem der französische Physiker Becquerel herausgefunden hatte, dass Pechblende (das Erz aus dem Uran gewonnen wird) Strahlen aussendet. die allein nur durch das Uran nicht erklärt werden konnten. Marie schloss daraus, dass in der  Pechblende Elemente sein mussten, die eine viel höhere Radioaktivität als das Uran besaßen. Sie machte sich daran, diese Elemente zu isolieren. Pierre Curie fand diese Entdeckung so bedeutsam  dass er seine Studien über den Magnetismus aufgab, um weiter mit seiner Frau zu forschen. 1898 entwickelte Marie Curie eine neue Methode, die es möglich machte, Elemente aus der Pechblende herauszulösen. Das erste, stark radioaktive Element, das sie isolierte, nannte sie nach ihrem Heimatland "Polonium". Noch ins selbe Jahr fiel die Entdeckung des "Radiums". 1902 erhielt Marie Curie als erste Frau in Europa den Doktortitel. Trotzdem war das Interesse der anderen Wissenschaftler an den Arbeiten der Curies sehr gering, das Forscherpaar erhielt kaum das nötige Geld zur Fortsetzung seiner Arbeiten. Aber 1903 kam die Wende. Noch vor der Veröffentlichung ihres Aufsatzes über das Phänomen der Radioaktivität, so nannte Marie Curie ihre Entdeckung, wurde sie mit Pierre Curie, ihrem Mann und Becquerel mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Marie Curie ist damit die erste Frau, der der Nobelpreis verliehen wurde. Während ihrer Forschungsjahre bekam sie zwei Töchter. Irene arbeitete als Chemikerin mit ihrer Mutter zusammen und setzte später das Lebenswerk der Mutter fort. Eve schrieb später die Lebensgeschichte ihrer Mutter auf. Pierre Curies früher Tod im Jahr 1906, nach einem Unfall mit einem Pferdefuhrwerk, war privat ein schwerer Verlust, aber auch ein positiver Wendepunkt ihrer Karriere. Im selben Jahr übernahm sie den Lehrstuhl ihres Mannes an der Sorbonne und war somit die erste Frau, die dort lehrte. Ihre Forschungen setzte sie mit großen Erfolg fort und erhielt 1911 den Nobelpreis in Chemie, und zwar für die Isolierung von reinem Radium. Marie Curie ist damit bis heute die einzige Frau, die den Nobelpreis zweimal verliehen bekam. Während des ersten Weltkrieges konzentrierte sie sich mit ihrer Tochter auf die Erforschung der Röntgenstrahlen und sie konnten die medizinischen Diagnoseverfahren entscheidend verbessern. Sie lernte Autofahren und hielt sich oft in der Nähe der Front auf, wo sie Radiologie-Assistentinnen ausbildete und Röntgen-Untersuchungsstationen in Belgien und Frankreich einrichten konnte. 1914 gründete sie in Paris das "Radium Institute", nach ihrem Tod wurde es in "Curie Institute" umbenannt. In Warschau errichtete sie das Institut für angewandte medizinische Forschung, es wurde von ihrer Schwester geleitet. Nach einer Vortragsreise 1921 in den USA unternahm sie weitere Reisen und Teilnahme an Konferenzen, um Mittel für ihr Institut zu sammeln. Ende der zwanziger Jahre litt Marie Curie ständig an Müdigkeit, Fieber und Schwindel. Ihre Ohren dröhnten und auch ihre Sehkraft nahm merklich ab. Sie litt an Leukämie, ihre Haare fielen aus. Sie hatte sich jahrelang der Strahlung mit bloßen Händen ausgesetzt und war somit das Opfer ihrer eigenen Arbeit geworden. Marie Curie starb am 04. Juli 1934 in einem Sanatorium in der Schweiz. Ein Jahr nach dem Tod erhielt ihre Tochter Irene Joliot-Curie mit ihrem Mann Frederic den Nobelpreis für Chemie. Somit ist Marie Curie auch die erste Nobelpreisträgerin, deren Tochter auch mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Wiederum als einzige Frau wurde Marie Curie im Pantheon in Paris beigesetzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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