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Vor 75 Jahren: Erster Wehrdienstverweigerer im NS-Regime hingerichtet
Limburg-Weilburg - Selters
Geschrieben von: Hans-Joachim Schalies
am: Donnerstag, 11. September 2014 um 09:02 - Gelesen: 4920 mal

Am 15. September 1939 wurde der 29-jährige August Dickmann aus Dinslaken öffentlich hingerichtet. Das war nur zwei Wochen nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Die Nationalsozialisten hatten ihn schon 1937 ins KZ Sachsenhausen verschleppt. Der Grund: Er verweigerte sich als Zeuge Jehovas dem NS-Zwangsdiktat und dem Hitlergruß und trat für die Gleichheit aller Menschen ein.

KZ-Häftlinge mussten das Lager Sachsenhausen im Sommer 1936 errichten. Es war das erste KZ, das nach der Ernennung Heinrich Himmlers zum Reichsführer SS (Juli 1936) gegründet wurde. Das Motto am schmiedeeisernen Tor lautete „Arbeit macht frei“. Die so genannte Freiheit bedeutete für Zehntausende von Häftlingen einen grausamen Tod: durch Hunger und Entbehrung, Misshandlung und Schwerstarbeit. In dem „Vorzeige-KZ“ ganz in der Nähe von Berlin litten insgesamt über 200 000 Häftlinge: zuerst vor allem politische Gegner, später u. a. Juden, Sinti und Roma und osteuropäische Fremdarbeiter – und als einzige religiöse Häftlingsgruppe mit einem eigenen Kennzeichen auch Jehovas Zeugen. Am 18. September 1999 wurden zur Erinnerung an diese rund 900 Häftlinge mit dem lila Winkel eine Gedenktafel an der ehemaligen KZ-Außenmauer sowie einen Gedenkstein für August Dickmann enthüllt.

Für August Dickmann war mit Kriegsbeginn am 1. September 1939 klar: Als Christ würde er keinen anderen Menschen erschießen. Er weigerte sich unverzüglich, den Wehrpass zu unterschreiben und Soldat zu werden. Ohne Gerichtsverhandlung wurde er vor den Augen aller KZ-Häftlinge (unter ihnen auch sein eigener Bruder Heinrich) in Sachsenhausen auf Befehl Himmlers von einem SS-Exekutionskommando erschossen. Er ist der erste Wehrdienstverweigerern aus Gewissensgründen, den die Nationalsozialisten öffentlich hingerichtet haben. Ihr Ziel: Einschüchterung. Denn Zeugen Jehovas verweigerten damals wie heute konsequent den Wehrdienst. August Dickmanns Exekution sollte ein Exempel statuieren – schlug aber ins Gegenteil aus: Nicht nur, dass keiner der Hunderte von Zeugen Jehovas, die seine Hinrichtung mit ansehen mussten, daraufhin Soldat wurde. Zwei, die sich zuvor unter dem unmenschlichen Druck im KZ von ihrem Glauben losgesagt hatten, traten vor und widerriefen dies im Beisein aller Häftlinge.

Am 16. September 2014, ein Tag nach dem Todestag von August Dickmann, lädt die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen zu einer öffentlichen Veranstaltung ein, um den unter den Nationalsozialisten geleisteten Widerstand aus christlicher Überzeugung vor dem Vergessen zu bewahren – und um die Nachgeborenen an ihre historische Verantwortung zu erinnern. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr am Gedenkstein für August Dickmann.



 

August Dickmann vor seiner Verhaftung

 

 

Medienkontakt:
Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich, Schweiz: Wolfram Slupina,
Telefon +49 (0)6483 413110, PID-D.DE@jw.org,
www.jehovaszeugen.de, www.jw.org

 
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