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Auf 16 Einwohner kommt eine Einsatzkraft
Kreis Gießen - Reiskirchen
Geschrieben von: Anzeigerlokal
am: Montag, 01. September 2008 um 08:27 - Gelesen: 7856 mal

 Freiwillige Feuerwehr Hattenrod ist im 60. Jahr ihres Bestehens bestens aufgestellt – „Feuerdrachen“ bilden den Nachwuchs – Kirmeswochenende


REISKIRCHEN-HATTENROD (hs). An diesem Wochenende feiert die Freiwillige Feuerwehr Hattenrod mit einer Kirmes 60- jähriges Bestehen. Im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus befindet sich noch eine alte Saug- und Druckspritze, die aus dem Jahre 1888 stammt. Aufgrund einer gründlichen Restaurierung vor wenigen Jahren durch das Mitglied Josef Weiss, sieht man ihr das Alter keineswegs an. Vielmehr glänzt sie als ein besonderes Juwel, das, wenn es erzählen könnte, sicherlich sehr viel Interessantes zu berichten wüsste.

Es war am 1. Juni 1948 als im Rathaussaal insgesamt 39 Männer die Gründungsurkunde unterzeichneten und somit den Verein ins Leben riefen. Ein Brand einer am Ortsende gelegenen Scheune hat wohl auch zu dieser großen Resonanz geführt. Die Versammlung wählte Heinz Braches zum Wehrführer und Otto Rink zu dessen Stellvertreter. Schon ein Jahr nach der Gründung übernahm Heinrich Mengel, der von 1952 bis 1970 Bürgermeister der Gemeinde Hattenrod war, das Amt des Wehrführers.

Bis zu dem Zeitpunkt der Gründung oblag die Brandbekämpfung einer Pflichtfeuerwehr. Sieben Übungen wurden noch in den verbliebenen Monaten des Gründungsjahres abgehalten. Heinrich Hahn und dessen Bruder Erich waren einst die Signalhornisten. Letzterer erinnert sich noch sehr gut daran, als er mit dem Fahrrad durch den Ort fuhr und mittels Signalhorn die Einsatzkräfte zur Übung „rief“. Diese Art der Alarmierung galt auch im Fall eines Brandes. Unterstrichen wurde der Ernst der Lage noch durch, das Geläut der Kirchenglocken.

Zwei Jahre nach der Gründung wurde die erste Motorpumpe angeschafft, die als gebrauchtes Gerät für 550 DM von der Gießener Berufsfeuerwehr erworben wurde. Hier griff auch der Verein zur Finanzierung tief in die Tasche. Mitgliederbeiträge, Spenden und die Einnahmen eines Tanzvergnügens wurden eingebracht. Ein Raum im Rathaus diente als Spritzenhaus, Gerät war in verschiedenen Scheunen untergestellt. Beides stellte keine zufriedenstellende Lösung dar, so dass der Bau eines Gerätehauses angestrebt wurde. 1955 wurden die Arbeiten dazu begonnen, wobei die Mitglieder eine enorme Eigenleistung an den Tag legten. Die Gemeinde hatte die Materialkosten übernommen.

Am 6. Mai 1956 erfolgte die Einweihung im Rahmen eines Löschbezirks- Feuerwehrfestes im heutigen Birkenweg. Gleichzeitig wurde bei dieser Gelegenheit eine neue Motorspritze TS 8/8 übergeben. Mit dem Bau einer Zisterne 1961 wurde auch die Löschwasserversorgung in Hattenrod wesentlich verbessert. Positiv war auch die Errichtung eines Schlauchtrockenturmes am Feuerwehrgerätehaus, der der Schlauchpflege und -lagerung diente. Als die Zahl der Aktiven zurückging, wurde in den 60er Jahren für drei Jahre eine Hilfsfeuerwehr eingerichtet. Kurz bevor die Gemeinde Hattenrod 1971 Ortsteil der Gemeinde Reiskirchen wurde, erhielt die Freiwillige Feuerwehr ein Löschgruppenfahrzeug 8, dessen Endfinanzierung auch wieder durch großzügige Spenden der Bevölkerung und örtlicher Unternehmer sicher gestellt wurde.

Mitte der 80er Jahre wurde deutlich, dass das 1956 eingeweihte Feuerwehrgerätehaus in vielerlei Hinsicht nicht mehr den Erfordernissen gerecht wurde. Es kam schließlich zum Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses in unmittelbarer Nähe des Dorfgemeinschaftshauses. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Hattenrod haben in diesem Zusammenhang einmal mehr eine Glanzleistung an Eigenhilfe erbracht. So konnte am 14. Mai 1994 Richtfest gefeiert und der gelungene Neubau wenige Jahre später eingeweiht werden. Gleichzeitig wurde bei dieser Gelegenheit ein TSF/W- Fahrzeug übergeben. Dabei haben die Mitglieder auch beim Bau eines zweiten Gerätehauses deutlich unter Beweis gestellt, dass sie, wenn es anzupacken gilt, sich für „ihre“ Feuerwehr zur Verfügung stellen und die Bevölkerung durch ihre Spenden diese Bemühungen finanziell unterstützt.

Die besten und neuesten Gerätschaften bewirken noch keinen erfolgreichen Einsatz, wenn es nicht hoch motivierte und hervorragend ausgebildete Einsatzkräfte gibt. Schon seit vielen Jahren ist Hattenrod bei den Leistungswettkämpfen auf Kreisebene so erfolgreich, dass sie seit 1994 in fast ununterbrochener Reihenfolge als Sieger hervorgeht und sich über die Wettkämpfe auf Bezirksebene, die vor wenigen Wochen in Hattenrod ausgetragen wurden, bis zu dem abschließenden Landeswettbewerb qualifiziert hat. Vor wenigen Jahren belegte man beim Landesentscheid einen beachtlichen fünften Platz. Überhaupt kann die Freiwillige Feuerwehr Hattenrod mit gegenwärtig 43 Einsatzkräften stolz auf die große Zahl der Aktiven sein.

Statistisch betrachtet kommt in Hattenrod eine Feuerwehreinsatzkraft auf 16 Einwohner, eine einmalig günstige Zahl. Weichen dazu wurden rechtzeitig gestellt. Einmal wurde bereits 1974 die Jugendfeuerwehr gegründet. Dass das die richtige Entscheidung war, geht schon aus der Tatsache hervor, dass das Gros der heutigen Führungskräfte im Verein und in der Einsatzabteilung vorwiegend ihren ersten Kontakt zur Feuerwehr in deren Jugendorganisation erhielt. Eine zweite, ebenso wichtige Entscheidung, war die Aufnahme von Frauen, erstmals im Februar 1984. Der Eintritt der ersten Damen erfolgte zwar am Faschingsdienstag 1984, aber die Eintrittserklärung war keineswegs ein Scherz, sondern sehr ernst gemeint.

Die Einsatzabteilung heute ohne die Frauen wäre einfach undenkbar; denn auch diese Damen stehen im Ernstfall „ihren Mann“. Im Jubiläumsjahr 2008 ist man erneut einen Schritt weiter gegangen und hat eine Minifeuerwehr gegründet, die bei der Feier am Samstagabend im Festzelt der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Sandra Rau ist die Ansprechpartnerin der Minifeuerwehr, die inzwischen den Namen „Feuerdrachen“ tragen. Sonja Stark ist als Jugendfeuerwehrwartin für die „Größeren“ verantwortlich. Rau und Stark gehören beide der Einsatzabteilung an. Karl Münster, Walter Puschner sen., Ernst Rau und Heinrich Keil sind die heute noch lebenden Gründungsmitglieder, die inzwischen dem Verein über sechs Jahrzehnte die Treue gehalten haben.

Gegenwärtig steht Erwin Roth als Vorsitzender an der Spitze des Vereins, während Jörg Langsdorf seit Beginn dieses Jahres der Einsatzabteilung als Wehrführer vorsteht. Schon seit der Gründung hat die Freiwillige Feuerwehr Hattenrod auch das kulturelle Leben bereichert. Nicht vergessen bei den älteren Feuerwehrmitgliedern ist die „Bierzeitung“, in der Anfang 1950 jedes Mitglied „sein Fett“ abbekam. Familienabende boten ein buntes abwechslungsreiches Programm und seit 1977 veranstaltete man eine Faschingssitzung für die Öffentlichkeit, seit 1991 findet die Fremdensitzung unter der gemeinsamen Federführung von Freiwilliger Feuerwehr , Gesangverein „Eintracht“ und Sportverein statt.

Interessant ein Blick in die Chronik bezüglich eines Familienabends 1955. Um eine Tombola mit Preisen zu bestücken, hatte der Verein zu Spenden aufgerufen. Neben Getränken wie zwei Flaschen Schnaps, mehreren Flaschen Wein und einer Flasche Sekt, zählten auch ein Kaktus, ein Fahrradmantel, zwei Abtrockentücher, ein Teppichklopfer und ein Gutschein über 40 Weck dazu. Schon über ein Vierteljahrhundert pflegt der Verein auch freundschaftliche Beziehungen zu Feuerwehren in anderen Regionen. So besteht ein intensiver Kontakt zur Freiwilligen Feuerwehr von Leerhafe (Ostfriesland).

In diesem Frühjahr waren die Ostfriesen Gäste in Hattenrod und pflanzten aus Anlass der 20-jährigen Freundschaft eine Linde. Erste Kontakte hatte der langjährige Wehrführer Karl- Heinz Möbus geknüpft. Verantwortung für das Hab und Gut der Mitbürger, ein einmaliger Einsatz beim Bau der Feuerwehrgerätehäuser und eine intensive Pflege der Kameradschaft zeichnen den Verein in den sechs Jahrzehnten seines Bestehens aus. Ein hohes Maß an persönlichem Engagement, selbstlosem Mut und hoher Leistungsbereitschaft sind das Markenzeichen der Freiwilligen Feuerwehr Hattenrod auch in Zukunft.


Der Verein:
FFW Hattenrod
Mitglieder: 192 Erwachsene, 11 Jugendwehr, 13 Minifeuerwehr
Gründungsjahr: 1948
Kontakt:
Erwin Roth (Vorsitzender), Herrnstraße 22, 35447 Reiskirchen
Tel.: 06408/965739
Internet
www.feuerwehr-hattenrod.de


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