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Leeres Kaufhaus wird für künftige Mieter aufgeteilt
Kreis Gießen - Gießen
Geschrieben von: Anzeigerlokal
am: Freitag, 07. November 2008 um 23:25 - Gelesen: 9006 mal

Ein leeres Kaufhaus sieht anders aus. Mit 4300 Quadratmetern eines der größten Gebäude in der Innenstadt, steht das frühere Kaufhaus Kerber seit zwei Monaten leer ­ sollte man meinen, denn Wehmeyer ist insolvent. Erst vor einer Woche erhielt Jörg Lehrndorfer die Schlüssel für den Komplex zurück. Was er vorfand, machte ihn für einen Moment sprachlos. Der Geschäftsführer der Kerber Verwaltungs GmbH, die 14 Immobilien an den vier Kerber-Standorten Gießen, Alsfeld, Fulda und Lüneburg betreut, steht nun vor einer schwierigen Aufgabe.

"Ich gehe zu 99,9 Prozent davon aus, dass es keinen Mieter geben wird, der das Objekt hier komplett übernimmt", sagt er bei einem Rundgang. Die Wirtschaftsdaten im Einzelhandel der vergangenen Jahre und das Stichwort Finanzkrise unterstreichen die Einschätzung. "Das Konzept Kaufhaus hat ja laut Meinung der Gelehrten keine Chance mehr auf Zukunft." Daher geht der Geschäftsführer von einer geteilten Lösung aus. Hierfür gibt es mehrere Denkmodelle. Der zweite Stock, ist er sich sicher, ist im Einzelhandel nicht mehr vermietbar. Aus seiner Sicht ist eine Aufteilung der Fläche im Unter- und Erdgeschoss sowie dem ersten Stock auf bis zu drei Mieter denkbar. "Mehr wird es aber nicht geben." Sicher ist er sich auch, dass hier kein zweiter Kerber-Treff entstehen wird. Hierfür seien die Investitionen schlicht zu hoch. Erst sieben Jahre liegt es zurück, dass die Gesellschaft zwei Millionen Euro in die Renovierung, insbesondere in die Technik und eine neue Fassade, investiert hatte.

Die Frage, wer im Seltersweg 1 einzieht, wird überdeckt von weiteren Herausforderungen. Vor einer Woche hat der Insolvenzverwalter das Gebäude an die Kerber Verwaltungs GmbH zurückgegeben. Seit Montag wird wieder geheizt. 15 Grad soll es wenigstens warm sein, damit durch die Winterfeuchtigkeit kein Schaden entsteht. Kosten, die der Vermieter tragen muss. Jörg Lehrndorfer hat in den 15 Jahren, die er für die Gesellschaft arbeitet, bereits eine Räumung in Gießen erlebt. Im Fall von Kaufhof, dem letzten Betreiber des Kerber-Kaufhauses, hatte er andere Erfahrungen gemacht. "Das war einwandfrei, da war kein Ständer mehr." Dieses Bild hatte Jörg Lehrndorfer noch vor Augen, als er das erste Mal durch das nur scheinbar leere Haus ging. "Ich war sprachlos", sagt er unumwunden. Während im Erdgeschoss ein paar Schaufensterpuppen zusammenstehen und sich eine übersichtliche Menge von Kleiderständern darum gruppiert, werden die zurückgelassenen Überreste des Mieters Wehmeyer immer mehr, je höher der Rundgang führt. Im zweiten Stock, der seit fünf Jahren nur noch als Lager genutzt wurde, ist die gesamte 1000 Quadratmeter große Fläche übersät mit unzähligen Kleiderständern, Spiegeln und Auslagen. Mittendrin liegt ein zerlegtes Kinderkarussell, ganze Sippen von Schaufensterpuppen schauen starr in die Luft, dazwischen stehen Barhocker, Tannenbäume und alte Reisekoffer, liegen Lampen, Kabel und Kisten herum. An der Wand hängen "Die sechs goldenen Lagerregeln".

Im dritten Stock zeigt sich ein anderes Bild. "Die Leute sind einfach aufgestanden und gegangen." Stifte und Papiere liegen auf den Schreibtischen und Aktenordner stehen in den Regalen. Nur die Computer fehlen. In der Kantine deutet lediglich ein offener, leerer Kühlschrank auf einen Auszug hin. Die Dekoabteilung ist verteilt auf mehrere Räume. "Die Entsorgung wird tausende Euro kosten", sagt Jörg Lehrndorfer. Wer sie zahlen muss, ist noch nicht klar. "Laut Mietvertrag hätte Wehmeyer geräumt übergeben müssen." Insolvenzrecht aber hat andere Regeln.

Sein Blick ist unterdessen nach vorn gerichtet. "Wir sind da ganz am Anfang." Über allem steht die Frage: Wie ist die Immobilie vermietbar und welche Folgen zieht das nach sich, vor allem in technischer Hinsicht? Bei einer Aufteilung muss etwa die Belüftung verändert werden. Die Frage ist auch, ob eine Baubeschreibung, also die Wunschliste eines Mieters, umgesetzt werden kann. Ein Makler in Frankfurt ist derzeit damit bereits beschäftigt, mögliche Interessenten zu finden. Architekten aus Fulda sind bereits beauftragt, darauf Antworten zu geben. Hierfür wird zunächst das Erdgeschoss komplett vermessen. "Die nächste Aufgabe wird dann sein, all das räumen zu lassen." Einen Wunschtermin zur Wiedereröffnung gibt es zwar, dessen Erfüllung ist aber noch offen. "Wenn alles optimal läuft, könnte im März klar sein, wie die zukünftige Mieterstruktur aussieht." Erst dann können die Umbauarbeiten beginnen. Im Herbst 2009, so hofft Jörg Lehrndorfer, könnte die Eröffnung im Seltersweg 1 sein.


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