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Zivilcourage unter 2 Diktaturen: Zeitzeuge Richard Rudolph mit 102 Jahren verstorben
Limburg-Weilburg - Selters
Geschrieben von: Hans-Joachim Schalies
am: Donnerstag, 06. Februar 2014 um 11:33 - Gelesen: 5621 mal

 Koldenbüttel/Selters ― Am 31. Januar 2014 ist Richard Rudolph im Alter von 102 Jahren verstorben – nach Auskunft von Dr. Detlef Garbe (Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme) der letzte Häftling des Aufbaulagers Neuengamme.Richard Rudolph wurde am 11. Juni 1911 in Rothenbach (Niederschlesien) geboren. Er überlebte die Wirren des 1. Weltkriegs, die Spanische Grippe und die Weltwirtschaftskrise. Aufgrund dieser furchtbaren Erfahrungen suchte er nach Antworten auf die Sinnfragen des Lebens. Dabei stieß er auf Jehovas Zeugen. Als Doppelverfolgter stand Richard Rudolph unter beiden deutschen Diktaturen für seine Überzeugung ein. Dafür verbrachte er insgesamt fast 19 Jahre in Haft.Drei Jahre lang beteiligt er sich daran, Bibeln und religiöse Literatur von Jehovas Zeugen über die Grenze von Tschechien nach Deutschland zu schmuggeln. Sein Leidensweg beginnt mit seiner Verhaftung 1936. Im KZ Sachsenhausen wird er Augenzeuge der ersten öffentlichen Hinrichtung eines Wehrdienstverweigerers aus Gewissensgründen: des Zeugen Jehovas August Dickmann. Auch Richard Rudolph verweigert den Wehrdienst und entgeht nur knapp der Hinrichtung. Er verbringt 9 Jahre in NS-Haft und überlebt 5 KZ. (Insgesamt waren 11 300 Zeugen Jehovas in Haft, davon 4 200 im KZ. Rund 1 500 verloren ihr Leben, davon ca. 370 durch Hinrichtung.) Nach seiner Befreiung setzt Richard Rudolph seine Missionstätigkeit als Zeuge Jehovas in der Sowjetischen Besatzungszone fort. 1950 wird er in der DDR erneut verhaftet und zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. 1961 gelingt ihm die Flucht nach Westdeutschland.Unter dem Titel „Ganz normale Helden“ gewann eine Schülerin als Landessiegerin von Rheinland-Pfalz mit der Biografie und dem Interview von Richard Rudolph 2009 auch einen Bundespreis im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten.Über 20 Jahre lang engagierte sich Rudolph im Kampf gegen das Vergessen und gegen die Diskriminierung Andersdenkender. Als rüstiger Zeitzeuge berichtete er noch bis kurz vor seinem Tod im In- und Ausland über seine Erfahrungen als religiös Verfolgter unter beiden deutschen Diktaturen.


 

 

Fotolegende:

Stefan Hanke für das Projekt "KZ überlebt" 

Medienkontakt:
Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich, Schweiz: Wolfram Slupina,
Telefon +49 (0)6483 413110, PID-D.DE@jw.org,
www.jehovaszeugen.de, www.jw.org  
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