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Familie Heller lässt nicht locker
Kreis Gießen - Gießen
Geschrieben von: Anzeigerlokal
am: Mittwoch, 05. November 2008 um 00:22 - Gelesen: 5231 mal

"In einer Partei, wo auch Herr Rausch Mitglied ist, habe ich nichts verloren." Dieser Satz ist eingangs eines Schreibens zu lesen, mit dem Karl Heller aus der Lützellindener Straße 70 in Kleinlinden seinen Austritt aus der CDU erklärt. Der Grund: Heller und seine Frau Marlene fühlen sich durch eine direkt vor ihr Haus verlegte Bushaltestelle mehr als belästigt (der Anzeiger berichtete). Hellers aber geben nicht auf. Dass diese Störungen nicht zumutbar sind, das haben sie sogar schriftlich, denn nach Beschwerden im Jahr 1998 war diese ortseinwärts in Höhe der Hausnummer 64 verlegt worden. Nachdem die Polizei Bedenken wegen der Verkehrssicherheit geäußert hatte, war die Haltestelle nach zehn Jahren in den Herbstferien am 16. Oktober zurück an den alten Standort verlegt worden.

Vor der Brüder-Grimm-Schule mit rund 1000 Schülern geht es am Morgen und am Mittag zu, wie vor fast allen großen Schulen der Stadt: Nicht nur, dass viele Kinder in Pulks aus den Bussen strömen, sondern dazwischen tummeln sich auch noch Eltern mit ihren Autos, die die Sprösslinge zur Schule bringen. Seit zehn Jahren liegt die Bushaltestelle vor dem Haus 64 nahe der Einmündung Heidestraße. Ein Fußgängerüberweg mit Ampelanlage direkt vor der Schule ist davon rund 100 Meter entfernt. Früher war das anders, da lag die Haltestelle direkt vor dem Überweg vor der Hausnummer 70. Ende der 90er Jahre nahm der Busverkehr stark zu. Die Hellers beschwerten sich bei Oberbürgermeister Manfred Mutz. Dessen Referentin Anita Schneider untersuchte mit Experten den Fall mit dem Ergebnis: Unzumutbar. Die Haltestelle wurde verlegt. Verständlich, denn die Busse halten in nur rund fünf Meter Luftlinie entfernt vom Bett der Hellers. Da die gegenüberliegende Haltestelle auch am späten Abend noch ein Treffpunkt von Jugendlichen ist, war das alles schlimm für die Anlieger geworden. Außerdem war auf dem Anwesen auch noch eine im Keller gelegene Tiefgarage genehmigt, die inzwischen vermauert ist.

Das möchte Heller jetzt wieder ändern. Obwohl sich die Verlegung der Bushaltestelle zurück vor ihr Haus längere Zeit angekündigt hatte, kam sie vor gut 14 Tagen doch überraschend. "Polizei und Straßenverkehrsbehörde vertreten die Ansicht, dass dies für die Kinder sicherer ist. Also musste ich handeln", stellt Stadtrat Rausch auf Anfrage des Anzeigers fest. Für ihn ist das auch deshalb einleuchtend, weil die Kinder immer den kürzesten Weg zur Schule gesucht hätten, von der entfernter liegenden Haltestelle immer schräg über die Straße gegangen seien. Das passiere jetzt nicht mehr. Außerdem sei es Heller selbst gewesen, der ihn vor gut zwei Jahren über die schwierige Sicherheitslage vor der Schule informiert habe. Dass vor seinen Haus ein Hochbord aus alten Zeiten bereits vorhanden sei, habe die Stadt in ihrer Entscheidung nur bestärkt, denn der Komfort beim Einstieg sei eindeutig besser. Außerdem sei es unvermeidbar, dass Busse in Wohngebieten halten müssten, "sollen sie ihre Funktion erfüllen". Eine Verlegung bedeute nur, dass ein anderer Anlieger betroffen sei.

Die Hellers laufen seit Monaten bei der Stadt Sturm gegen diese Entscheidung. Da blieb ein Gang zu Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann nicht aus. Der habe zunächst auch Verständnis für ihre Situation gezeigt. Geschehen sei nichts. So steht es auch in Hellers Brief an die CDU. Im vergangenen Jahr habe auch der CDU-Vorsitzende Klaus Peter Möller versprochen, dass alles so bleibt. Ein Jahr später seien dessen Aussagen ebenfalls nichts mehr wert gewesen, so Heller. Deshalb wollen er und seine Frau jetzt die SPD unterstützen, bei der "Menschlichkeit und Gerechtigkeit einen höheren Stellenwert" hätten.

Selbst Schulleitung und Elternbeirat hätten sich dafür ausgesprochen, dass die Haltestelle vor dem Haus 64 bleiben sollte, berichten die Hellers. Diese Situation habe konkrete Folgen tief in ihr Privatleben hinein. Nach dem Tod der Mutter stünden gleich zwei Wohnungen im Haus leer. Sein Sohn wolle mit seinen zwei Kindern wegen des Lärms und der Unruhe und auch der Gefahren für Kinder nicht einziehen. Deshalb zögen sie einen Verkauf in Erwägung. Doch der Wert des Hauses sei erheblich niedriger geschätzt worden, als das früher einmal der Fall gewesen sei. Ein Grund dafür, so habe man ihnen gesagt, seien die Zustände vor dem Haus. Rechtsanwälte hätten ihnen aber bestätigt, dass sie vor Gerichte mit einer Klage gute Chancen hätten.


Kommentare (1)Add Comment
0
geschrieben von Peter Herold, November 05, 2008
Uneinsichtig?
Mein Beitrag vom 17.10.2008 in Auszügen:

Was hat wohl den Besitzer des Hauses zu dieser Maßnahme veranlasst?

Jetzt am 5.11.2008 können wir es im Antzeiger lesen. Es ist der sogenannte Eigennutz, also jemand der sich der Aufgaben für die Allgemeinheit verschließt. Lieber die Haltestelle einem anderen Nachbarn zu zumuten. Es ist das St. Florian Prinzip. Wer es nicht kennt, kann mich danach fragen.

Ist es ein stiller Protest gegen die Entscheidung der Stadtverwaltung hierhin die Haltstelle des Busses zu verlagern. Oder fürchtet er in seiner Ruhe von wartenden Fahrgästen gestört zu werden?

Jetzt ist der Protest öffentlich geworden. Er tritt sogar aus der Partei aus. Hat er sich von der Zugehörigkeit zur CDU eventuell einen Vorteil, eine Bevorzugung erhofft?
Es ist sicher nicht angenehm in seiner Ruhe gestört zu weden. Es ist aber einfach der Tribut, den wir alle für die Allgemeinheit tragen müssen. Ich selber wäre auch nicht glücklich über eine Haltestelle vor unserem Haus. Ich bin auch nicht glücklich über die Buslinie die hier durch die Heide führt. Am liebsten hätte ich diese verlegt, aber so ist es halt. Wenn es mir nicht mehr passt, dann muss ich halt weichen.
Warum Herr Heller jetzt plötzlich mit der Garage, die in seinem Haus genehmigt war, argumentiert? Er hätte sie doch locker in den letzten Jahren einbauen können.
Auf jeden Fall ist die Bretterwand für mich gesehen keine Lösung für die Hellers. Denn ein Hindernis für weggeworfenen Müll ist sie nicht. Im Gegenteil! Es ist jetzt möglich Gegenstände ungesehen darüber zu werfen.
Jetzt aber die Haltestelle wieder zu verlegen ist in meinen Augen nicht möglich. Es würde gegen all die Überlegungen für einen sicheren Schulweg der KInder verstoßen. Es bliebe nur die Aufgabe dieser Haltestelle zugunsten der Ruhe der wenigen Menschen, die dort im Haus wohnen.
Haben die sich eigentlich einmal Gedanken darüber gemacht, welche Unannehmlichkeiten sie im Jahr 1998, durch die Verlegung der Haltestelle an andere Stelle, den dort wohnenden Mitbürgern gemacht haben?

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busy
Aktualisiert ( Mittwoch, 05. November 2008 um 16:56 )
 
 
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